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Was die USA übers Bloggen lernen können

Blogger behaupten von sich selbst, sie bearbeiten alle sehr ähnliche Themen. Die Deutsche Welle fand mit "Best of the Blogs" anderes heraus: Es gibt regionale Unterschiede in der Blogosphäre.

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Regionale Unterschiede auch im Voting zum BOBs-Finale

Mehr als 1000 Weblogs sind für die BOBs, den Wettbewerb "Best of the Blogs" der Deutschen Welle, vorgeschlagen worden. Einige kommentieren internationale politische Geschehnisse, andere erzählen, was ihr Schöpfer am letzten Wochenende so getrieben hat.

Auch wenn die Blogger meist ähnliche Überschriften wie "Journalismus", "Media" oder "Technologie" für ihre Blogs verwenden, ist das Spektrum der Themen riesig. Der Deutsche Welle Weblog-Wettbewerb beweist, dass die Blogosphäre kein homogener Raum ist, sondern ein Ort, wo Sprache und Kultur eine bedeutende Rolle spielen; selbst wenn die Blogger behaupten, sie würden alle über dieselben Themen schreiben.

Zwar ist die Teilnahme beim BOBs Voting keine wissenschaftliche Studie, aber starke Unterschiede in der Blogosphäre lassen sich trotzdem feststellen. Portugiesische Leser haben sich beispielsweise mit 5.707 Stimmen fleißig an der Wahl zum besten journalistischen Blog in der eigenen Sprache beteiligt. Bei der Wahl zum Besten journalistischen Blog auf Englisch haben nur 303 Teilnehmer abgestimmt. Sind portugiesische Blogger einfach nur darin besser, Leute zu animieren, um für sie zu stimmen, oder liegen die Unterschiede doch wo anders?

Eine Flut von Auszeichnungen

"In den USA gibt es schon jede Menge Blog Awards", erzählt Jim Romensko vom Poynter Institut in Stanford in einem Interview mit der Deutschen Welle. "Es kann sein, dass sich Amerikaner nur auf die landeseigenen Awards konzentrieren."

Zusätzlich zu den schon bekannten Weblog Awards, wie zum Beispiel den Bloggies, welche 2001 zum ersten Mal vergeben wurden, und dessen Gegenstück (Anti-Bloggies), veranstalten viele britische und amerikanische Zeitungen weitere jährliche Wettbewerbe.

Die englische Weblog Szene könnte unter dieser Flut von Awards leiden. Das sagt auch der BOBs-Kandidat Dave Shea, Verfasser des Mezzablue Blogs: "Ich habe zwar noch nicht so viele Awards gewonnen, aber wenn du zum ersten Mal einen Preis gewinnst, ist er immer bedeutender als der siebte oder der einundzwanzigste."

Wir, wir und wir...

Anfang November gab es weltweit nur ein bedeutendes Thema in der Blogger-Szene: Wer wird der nächste US-Präsident? Die Bush-Kerry-Debatte genoss die volle Aufmerksamkeit in allen sieben BOBs Sprachen – arabisch, chinesisch, englisch, portugiesisch, deutsch, russisch und spanisch. Und während sich die Blogger der Welt auf Amerika konzentrierten, betrieb man in den USA lieber Nabelschau.

Was für amerikanische Medien typisch ist, gilt auch für amerikanische Blogger. Weltweit kommen die meisten Blogs aus den Vereingten Staaten und während der US-Wahlkampf im vollen Gange war, analysierte man lieber die Geschehnisse im eigenen Hinterhof, als sich mit Nichtigkeiten wie beispielsweise politischen Folgen auf internationaler Ebene auseinander zu setzten.

Vielleicht werden die auf sich fokussierten US-Blogger mit dem Ende der Wahl 2004 anfangen, über den amerikanischen Tellerrand zu schauen und die weltweite Blogger-Szene mit ihren Ideen und Meinungen bereichern. Denn die Welt bietet, wie es die Deutsche Welle BOBs Kandidaten zeigen, außerhalb der USA noch jede Menge, dass darauf wartet, ausdiskutiert zu werden.

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  • Datum 19.11.2004
  • Autorin/Autor Sean Sinico (nak)
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  • Permalink http://p.dw.com/p/5rX4
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