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Geschichte

Was damals geschah: Juni 1967

Schüsse, die die Republik erschüttern.

Am 2. 1967 wird der West-Berliner Student Benno Ohnesorg erschossen. Der junge Mann hatte an einer Demonstration gegen den Besuch des damaligen Schahs von Persien teilgenommen. Ein massives Aufgebot an Polizeikräften war angetreten, im Gefolge Reza Pahlevis auch Mitarbeiter des persischen Geheimdienstes. Die Stimmung war aufgeheizt. Anhänger des Monarchen griffen die Studenten an. Panik brach aus. Die Polizei verfolgte vermeintliche Rädelsführer in Nebenstraßen und Hauseingänge.

Benno Ohnesorg beobachtete eine solche Szene. Dann traf ihn ein Schuss aus einer Pistole aus unmittelbarer Nähe in den Hinterkopf. Er starb im Krankenhaus. Geschossen hatte der West-Berliner Polizist Karl-Heinz Kurass. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet, doch ein Gericht sprach ihn frei. Ohnesorgs Tod und der Freispruch für den Täter waren mitverantwortlich für die Radikalisierung der Studentenbewegung in Westdeutschland Ende der 60er Jahre.

2009 wurde bekannt, dass Kurass seinerzeit als inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit tätig gewesen war. Anzeichen dafür, dass Kurass einen Auftrag hatte, Ohnesorg zu töten, gibt es nicht. Recherchen kommen vielmehr zu dem Schluss, dass Kurass ohne Auftrag, unbedrängt und wahrscheinlich gezielt geschossen hat.

Hören Sie zur Erschießung Benno Ohnesorgs und den Hintergründen einen Audio-Beitrag der Deutschen Welle aus dem Jahr 2002.

Audio und Video zum Thema