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US-Präsidentschaftswahl

Warum mit Trump die Welt nicht untergeht

Die westliche Welt in Schockstarre, der größte anzunehmende politische Unfall ist wahr geworden: Donald Trump zieht ins Weiße Haus ein. Na und? Fünf Gründe, warum alles nicht so schlimm ist, wie es aussieht.

USA Wahlkampf Republikaner Donald Trump - Buch The Art of the Deal (Getty Images/AFP/M. Schwalm)

Trump als Präsident neu kennenlernen - damit kann man gar nicht früh genug anfangen

Wahl ist Wahl

Das Wichtigste vorneweg: Freie Wahlen gehören zum Tafelsilber der Demokratie. Sie sind unantastbar. Wahlergebnisse müssen akzeptiert werden. Egal, ob der Sieger gefällt oder nicht. Gerade in einer extrem polarisierenden Situation muss sich die Akzeptanz des Wählerwillens beweisen.  

Vom Populisten zum Pragmatiker

Im Wahlkampf wird provoziert und auf Sieg gekämpft - auch unterhalb der Gürtellinie. Aber nach dem Sieg folgt die Versöhnung mit dem politischen Konkurrenten. Die Nation wird umarmt. Donald Trump hat das gleich in seiner ersten Rede versucht. Das heißt, vieles von dem, was Trump als Wahlkämpfer gefordert hat, wird er als Mr. President entweder abschwächen oder sogar "vergessen".

Das alles funktioniert nach dem Motto "nicht der Mann prägt das Amt, sondern das Amt den Mann". Diese Erfahrung hatte schon Joschka Fischer, der frühere deutsche Außenminister gemacht. Trump ist Geschäftsmann und wird sehr schnell pragmatisch handeln.       

Die Entdeckung der Abgehängten

Trump ist der Frontmann der weißen Mittelschicht. Ein Großteil des "Bauches der Nation" ist in den vergangenen Jahren gesellschaftlich und wirtschaftlich abgestürzt. Das politische Establishment hatte sie jahrelang wenig beachtet. Der Frust der vernachlässigten Mittelschicht, der Existenzkampf der Unterschichten, die Perspektivlosigkeit entlang des "Rost-Gürtels", der ehemaligen Industrieregionen, hat Trump eingesammelt und sich zu ihrem Interessenvertreter gemacht.

USA Wahlkampf Republikaner Donald Trump in Sarasota, Florida (Getty Images/C. Somodevilla)

Welches Gesicht wird Donald Trump als Präsident zeigen?

Dieses Heer der Abgehängten, die nicht darüber diskutieren wollen, ob Toiletten für das dritte Geschlecht eingerichtet werden sollten oder nicht, wie heute im Netz zu lesen war, interessiert nur eines: mehr Jobs, um ihre Familien durchzubringen. Mit Trump rückt diese Bevölkerungsgruppe vom Rand ins Zentrum der Öffentlichkeit.   

Investition nach innen

Es gibt keine gute oder schlechte Politik. Es gibt nur eine erfolgreiche und die wird von der Wirtschaft geprägt. Trumps Slogan "Make Amerika great again" ist keineswegs der Startschuss für einen neuen US-Imperialismus. Er zielt auf die Innenpolitik: Infrastruktur statt teurer Auslandseinsätze, Brücken und Schulen statt Syrien und Irak. Trumps Wirtschaftspolitik wird letztlich über seinen Erfolg entscheiden.        

Neustart eines Landes

Die USA unter Präsident Donald Trump haben die Chance einer Neuerfindung. Die Wut eines großen Teils der Trump-Wähler ist eine Voraussetzung dafür. Es gibt Analysten, die werten den unerwartet hohen Sieg des Milliardärs als Schrei nach Freiheit. Eine Lebensmaxime der US-Amerikaner, die buchstäblich in ihrer DNA liegt.

Die tiefe Spaltung des Landes, die mit Trumps Sieg auf Jahre zementiert zu sein scheint, bietet die Gelegenheit, den American Way of Life, den Lebensstil der Amerikaner, neu zu formulieren: So, dass nicht nur die Hipster in Manhattan und San Francisco davon profitieren, sondern auch die Normalbürger im Süden und im Mittleren Westen. Trump muss nun liefern.