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Nationalelf

Warum Mario Götze und Ilkay Gündogan dem deutschen Spiel gut tun

Die beiden größten Sorgenkinder von Bundestrainer Joachim Löw kehren zurück: Ilkay Gündogan und Mario Götze. Auch wenn beide noch um den Anschluss kämpfen, eine richtungsweisende Entwicklung. Sie werden das Team beleben.

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Vorfreude bei Rückkehrer Mario Götze

Zwei Dinge haben Mario Götze und Ilkay Gündogan gemein: Sie verfügen über außergewöhnliche spielerische Fähigkeiten, gelten jedoch als verletzungsanfällig. Ihr Talent haben beide im Verlauf ihrer Karriere mehrfach unter Beweis gestellt - ihre Anfälligkeit für Verletzungen und Erkrankungen allerdings auch. Mario Götze als junger Senkrechtstarter bei Borussia Dortmund mit dem (vorläufigen) Karrierehöhepunkt im Maracanã, wo er Deutschland 2014 zum WM-Titel schoss. Ilkay Gündogan, dem ebenfalls in Dortmund der Durchbruch gelang und der bei Manchester City das englische Publikum mit seinem Passspiel teilweise verzückte.

Doch auch ihre Verletzungs-Statistik ist außergewöhnlich: Mario Götze fiel mit einem Muskelfaserriss sowie einer Stoffwechselstörung jeweils mehrere Monate aus. Noch schlimmer erwischte es Ilkay Gündogan, der mit einer Luxation der Kniescheibe und einem Kreuzbandriss zusammengenommen mehr als ein Jahr seiner Karriere pausieren musste. Nun kehren beide Sorgenkinder des Bundestrainers wieder in den Kreis der Nationalmannschaft zurück.

"Das waren Monate, die ich mir gerne erspart hätte", sagte Gündogan und konnte dabei dennoch lächeln. Mehrmals wurde der Fortgang seiner Karriere während seiner verletzungsbedingten Auszeiten infrage gestellt. Doch Gündogan ist erneut zurück und will es seinen Kritikern zeigen. Im DFB-Team haben sie ihm ohnehin immer den Rücken gestärkt, ihm immer einen Platz frei gehalten. "Unglaubliche Qualitäten", attestiert ihm Teammanager Oliver Bierhoff, der in Gündogan eine "Bereicherung für jede Mannschaft" sieht.

Götze kehrt als ein anderer Spieler zurück

Fußball-WM 2014 - Finale: Deutschland - Argentinien- Mario Götze (picture-alliance/EPA/dpa/K. Krzaczynski)

Gut drei Jahre ist dieses Bild alt: Götze trifft zum WM-Sieg in Brasilien - folgt noch ein weiteres Highlight?

Auch WM-Held Götze hat vor dem Länderspiel-Klassiker gegen England am Freitag (ab 21 Uhr im DW-Livestream) im Londoner Wembley-Stadion ein Dauergrinsen im Gesicht und hatte die Lacher sofort auf seiner Seite als er auf seine lange Abwesenheit angesprochen, scherzte: "Ich habe alle wiedererkannt." Sein letztes Länderspiel hatte Götze im November 2016 beim 0:0 in Italien bestritten. Ein langes Jahr voller gesundheitlicher Rückschläge folgte. Er habe die Spiele der Kollegen immer am Fernseher verfolgt, so Götze. "Man wird automatisch zum Fan und freut sich für die Mitspieler", sagte Götze, der bei sich einen "Reifeprozess" festgestellt hat und sich nach seiner Stoffwechselerkrankung wieder bei "hundert Prozent" sieht.

Gereift ist auch der Eindruck, dass Götze ein anderer Spielertyp geworden ist. Anders als in jungen Jahren ist er kein explosiver Dribbler mehr, dafür fehlt ihm schlicht der Antritt und die Geschwindigkeit. Aber der 25-Jährige ist wieder passsicherer geworden und fungiert beim BVB als ein "Schwimmer" zwischen den Linien, der Räume öffnet. Er habe über seinen eigenen Spielstil nachgedacht. Das Ergebnis: "Meine Lieblingsposition ist im Zentrum", machte Götze klar.

Gündogan sieht noch Formrückstand

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Joachim Löw: Confed Cup war das Highlight

Eine Position, die auch Gündogan beansprucht. Er wolle in den kommenden Monaten alles dafür tun, um sich dem Bundestrainer als "ernstzunehmende Alternative" zu empfehlen, sagte der gebürtige Gelsenkirchener. Die neue, alte Konkurrenz im Mittelfeld des DFB-Teams ist gut für die Mannschaft, auch wenn mit Toni Kroos, Julian Draxler und einigen weiteren bereits exzellente Spieler mit Weltklasseniveau dort um einen Stammplatz kämpfen Denn mit Gündogan und Götze kehren zwei der kreativsten Köpfe der aktuellen Spielergeneration zurück. Ihre Fähigkeiten zum tödlichen Pass, zum raumöffnenden Dribbling, zum Geniestreich sind eine nicht zu verachtende Alternative für Joachim Löw. Und beim DFB weiß man darum.

Manchester City - Stoke City | Ilkay Gündogan (picture alliance/PA Wire/M. Egerton)

Wird er Bundestrainer Löw und Vereinstrainer Guardiola überzeugen können? Gündogan will zurück ins Rampenlicht

"Ich bin sehr froh, dass sie wieder da sind. Beide haben das Potenzial, uns besser zu machen", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. Natürlich redet er damit auch zwei Langzeitpatienten stark, die noch an ihren physischen Defiziten arbeiten müssen. Götze ist dabei schon ziemlich weit, Gündogan wird noch Zeit brauchen. Er sei erst bei 70, 80 Prozent, sagte der Mittelfeldspieler von Manchester City.

"Wenn sie wieder an ihre Topform kommen", betonte Kroos, "hat man gesehen, was sie der Mannschaft geben können." Kroos ist im kommenden WM-Jahr wohl der einzige im prall gefüllten Star-Mittelfeld der Nationalelf, der sich seines Stammplatzes sicher sein darf. Alle anderen müssen sich beweisen, ganz besonders die Rückkehrer Götze und Gündogan. Die Erfolge der Vergangenheit sind für den Bundestrainer zwar ein Argument, aber keines, das allein für ein WM-Ticket ausreichen wird.

jw/ww (mit sid, dpa)

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