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Sport

Warum Guardiola gehen könnte

Noch gibt es kein offizielles Statement des FC Bayern München, aber die Zeichen stehen auf Trennung: Trainerstar Pep Guardiola soll zum Saisonende gehen - und selbst die Nachfolge soll bereits geklärt sein.

Es ist gerade mal drei Jahre her, da schien der deutsche Fußball vor freudiger Erregung zu beben. Pep Guardiola wird Trainer der Bayern - welch ein Coup. Der gefragteste Coach der Welt, ein Fußball-Philosoph und Revolutionär des Spielsystems. Fans, Funktionäre und Medien überschlugen sich. Eine neue goldene Ära schien beim FCB anzubrechen. Nur dass sein mehr oder weniger scheidender Vorgänger Jupp Heynckes noch vor Guardiolas Ankunft das Triple holte, passte nicht so richtig in diese wunderbare Geschichte vom spanischen Star-Trainer, der auszog, um einen neuen, noch erfolgreicheren FC Bayern München zu formen.

Abschiedserklärung per Pressemitteilung?

Diese Geschichte könnte nun enden, manche sagen: Sie wird enden. Pep Guardiolas Abschied vom deutschen Fußball-Rekordmeister ist beschlossene Sache, meldet eine ganze Reihe von Medien in Spanien, England und Deutschland. Noch gibt es kein Statement des FCB zur Causa Guardiola, nur die Ankündigung, sich nach dem letzten Spiel der Bundesliga-Vorrunde (am Samstagnachmittag in Hannover) zusammenzusetzen und dann zu verkünden, wo die Reise hingeht. Gleich mehrere Indizien sprechen dafür, dass sie im Sommer in eine Stadt geht, die nicht München heißt.

Nachdenklich: Pep Guardiola (Foto: dpa)

Nachdenklich oder bereits entschieden? Pep Guardiola

Der Verein hat ein hohes Interesse daran, die seit Wochen schwelende Personaldiskussion um die Zukunft des Trainers zu beenden. Doch trotz einem nach Medieninformationen sehr hoch dotierten Vertragsangebot konnte bisher keine Einigung verkündet werden. Laut dem deutschen Sportmagazin "Kicker" soll es bei den Bayern dagegen den Plan geben, nach dem Hannover-Spiel zu beraten und dann einen Beschluss bekannt zu geben - per Pressemitteilung. Kaum vorstellbar, dass eine so wichtige Angelegenheit wie eine mögliche Vertragsverlängerung des Trainers nur in Schriftform gewürdigt würde. In diesem Fall würde es eine große Pressekonferenz geben, deren Bilder um die Welt gehen würden.

Guardiola blockt seit Wochen

Dass die Zeichen auf Abschied stehen, schreiben bereits mehrere Zeitungen: Sowohl die spanische "Marca" wie auch die englische "Daily Mail" in England gingen schon am Mittwoch davon aus, dass Guardiola in München aufhört. Die deutsche "Sport Bild" will wissen, dass der Spanier seine Entscheidung bereits Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mitgeteilt hat. Der Trainer selbst blockt seit Wochen alle Fragen zu seiner Zukunft ab. Und so wartet nicht nur Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge auf eine katalanische "Weihnachtsüberraschung".

Pep Guardiola und Uli Hoeneß Foto: dpa)

Zwei Alphatiere: Pep Guardiola (r.) und Uli Hoeneß. Ginge ein Zusammenspiel gut?

Vermutlich wird es keine schöne. Denn Guardiola wird bereits bei Manchester City als neuer Coach gehandelt, was durchaus plausibel erscheint. Denn dort findet Guardiola nicht nur Unmengen Geld (dank des schwerreichen Klubeigners Mansour Bin Zayed Al Nahyan aus Abu Dhabi) für sündhaft teure Transfers seiner Wunschspieler, sondern auch seine früheren FC-Barcelona-Weggefährten Txiki Begiristain (Sportdirektor) und Ferran Soriano (Klubchef).

"Mehr Macht als jemals ein Trainer bei Bayern"

Vor allem könnte Pep Guardiola dort aber eines finden: ungeteilte Macht. Die genießt er zwar auch in München, findet Ex-Bayern-Trainer Felix Magath: Er hat mehr Macht, als es jemals ein Trainer bei den Bayern vorher hatte." Die Wahrheit ist aber: Guardiola reicht das nicht. Er beklagte sich mehrfach, dass der Klub bei Transfers das letzte Wort hat und nicht er. An den geschassten Teamärzten um Sport-Arzt Legende Dr. Müller-Wohlfahrt statuierte der 44-Jährige ein Exempel. Nicht zu unrecht vermuteten viele, dass Guardiola damit auch seine Machtposition im Verein testen wollte.

Pep Guardiola (l.) und Carlo Ancelotti (Foto: EPA)

Der eine könnte gehen, der andere kommen: Pep Guardiola (l.) und Carlo Ancelotti

Doch perspektivisch droht Guardiola bei einem Verbleib in München ein Machtverlust. Denn ein anderes Alpha-Tier steht vor seiner Rückkehr: Uli Hoeneß. Der zu dreieinhalb Jahren verurteilte Steuersünder arbeitet derzeit als Manager der FCB-Jugendabteilung, will dem Vernehmen nach aber bereits 2016 wieder höhere Aufgaben im Verein wahrnehmen. Je nachdem wie über seinen Antrag um eine Reduzierung der Strafe entschieden wird, käme Hoeneß im kommenden Oktober oder sogar schon März wieder frei und könnte ins Klub-Geschäft einsteigen. Guardiola wird das wissen und sich seine Gedanken gemacht haben. Felix Magath, selbst ein Trainer mit einem ausgeprägten Wunsch nach kostenintensiver Kadergestaltung, glaubt, dass die Machtfülle Guardiolas beim FCB nur möglich war, "weil Uli Hoeneß nicht mehr da ist." Und das könnte sich eben ändern.

Ancelotti ante portas?

Längst wird auch über einen Nachfolger an der Isar spekuliert. Nach spanischen Medienberichten soll er bereits gefunden sein: Der Italiener Carlo Ancelotti soll Guardiola beerben. Die Madrider Sportzeitung "Marca" und der Radiosender Cadena Cope berichteten am Donnerstag, eine solche Entscheidung sei bereits gefallen. Eine Quelle blieben beide Medien jedoch schuldig.

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