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Staunen und Wundern

Warum Ex-Raucher zunehmen

Wer mit dem Rauchen aufhört, wird dicker. Es wurde viel spekuliert, woran das liegen könnte - jetzt scheint die Ursache des Dilemmas geklärt zu sein. Und die hat nichts mit zu viel Schokolade oder Eis zu tun.

Zigaretten (Foto: Fotolia)

Wer mit dem Rauchen aufhört, wird dicker. Warum das so ist, wurde viel spekuliert.

Rauchen ist ungesund. Punkt. Das ist so - ohne wenn und aber. Logische Konsequenz? Aufhören. Würden viele Raucher auch gerne, ist aber gar nicht so einfach. Ein Grund für viele, weiterzuqualmen ist die Angst, zuzunehmen. Und die scheint durchaus berechtigt zu sein. Etwa 80 Prozent der Raucher, die sich entschließen aufzuhören, nehmen danach durchschnittlich sieben Kilo zu. Das ist viel und vor allem frustrierend, da es nicht an zu viel Kompensations-Schokolade liegt. Auch Ex-Raucher, die gleichviel oder sogar weniger Kalorien als vor dem Rauchstopp zu sich nehmen, legen an Gewicht zu.

Darmflora verändert sich nach Rauchentzug

Die Kalorien sind es definitiv nicht, wollen Schweizer Forscher jetzt herausgefunden haben. Sie sagen, es liege an einer veränderten Darmflora. An ihrer Studie nahmen Nichtraucher, Raucher und Personen, die gerade mit dem Rauchen aufgehört hatten, teil. Die Wissenschaftler des Universitätsspitals Zürich untersuchten neun Wochen lang Stuhlproben der Probanden und fanden heraus: Während sich bei den Nichtrauchern und Rauchern nichts veränderte, spielte sich im Darm der Rauchentwöhner Dramatisches ab: Hier nahmen plötzlich Bakterienstämme überhand, die auch in der Darmflora von Fettleibigen dominieren.

Wissenschaftlich heißen diese fiesen Bakterienstämme Proteobacteria und Bacteroidetes. Gleichzeitig nahmen die Rauchentwöhner zu, obwohl sie kein bisschen mehr aßen und tranken als vorher, versichert Studienleiter Gerhard Rogler im Gespräch mit der DW: "Diese neue Darmflora konnten wir sechs Monate lang nachweisen, wie lange sie in diesem Zustand bleibt, wissen wir allerdings noch nicht - auch nicht ob es umkehrbar ist."

Hocheffiziente Bakterien

Bestimmte Bakterien in der Darmflora sind in der Lage, die Energie aus Nahrung besonders effizient zu verwerten und in Fettzellen zu packen. Und diese Effizienz macht leider Hüfte und Bauch dick. US-Forscher des Cedars-Sinai Medical Centers in Los Angeles fanden heraus, dass die Zusammensetzung der Darmflora grundsätzlich Einfluss hat, ob jemand zu Übergewicht neigt oder nicht.

Bei dicken Menschen treiben unter Umständen ganz bestimmte Bakterien im Darm ihr Unwesen. In einer laufenden Studie untersuchen die Wissenschaftler, ob es möglich ist, solche fleißigen aber dickmachenden Bakterien aus der Darmflora zu eliminieren.

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