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Wirtschaft

Warten auf Greenspan

Das große Warten, so konnte man das Geschehen an der Frankfurter Börse am Dienstag (13.8.) zusammenfassen. Die deutschen Anleger warteten auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank.

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Alan Greenspan hat diesmal alles beim alten belassen

Nach dem deutschen Handelsschluss wurde dann bekannt, dass die die US-Notenbank ihren Leitzins unverändert bei
1,75 Prozent belassen hat. Es bestünden weiterhin Risiken, doch sollten die derzeitige Zinslage und das robuste Produktivitätswachstum ausreichen, um eine Verbesserung des Wirtschaftsklimas zu unterstützen, teilte die Notenbank in Washington mit.

Weitere Nachrichten sorgten zuvor nur für wenig Belebung. So stiegen die Einzelhandelsumsätze in den USA im Juli um 1,2 Prozent. Aber genau das hatten die Analysten auch so erwartet. Mit MAN und Degussa überraschten zwei der kleineren DAX-Werte mit positiven Quartalszahlen. Immerhin: Nach einem schwachen Start drehte der DAX am Nachmittag im Sog der Wall Street ins Plus und schloss 1 Prozent höher bei 3.683 Punkten. Der Nemax50 verlor dagegen 0,5 Prozent auf 489 Zähler.

Zu diesem Minus passt auch die aktuelle Umfrage der US-Investmentbank Merrill Lynch unter knapp 300 Fondsmanagern. Sie sehen die Entwicklung der Aktienkurse zunehmend skeptisch und glauben nicht mehr an eine schnelle wirtschaftliche Erholung.

Ausreißer mit Gewinnsteigerungen

Positive Nachrichten gab es vom Maschinen- und Nutzfahrzeugbauer MAN. Er hat im zweiten Quartal einen Gewinnanstieg von 22 Prozent auf 78 Millionen Euro verbucht und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Die Aktie sprang 6,3 Prozent in die Höhe und lag damit eindeutig an der Spitze der Gewinner. Außerdem bekräftigte MAN das Ziel, im Gesamtjahr 2002 den Gewinn zu steigern. Einziger Wertmutstropfen: Der Umsatz sank um vier Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.

Gutes ließ auch der Spezialchemiekonzern Degussa verlauten. Bei ihm sank im zweiten Quartal der Gewinn weniger stark als von Analysten erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging im Kerngeschäft um ein Prozent auf 284 Millionen Euro zurück. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Gewinn-Rückgang um zwölf Prozent erwartet. Der Aktie half es merkwürdigerweise nicht: Sie verlor 0,6 Prozent.
Vielleicht lag es am Umsatz, denn Degussa verkaufte mit 2,8 Milliarden Euro ein Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Allerdings steht Degussa damit im Vergleich zum Konkurrenten Bayer recht gut da. Das passt zur Erkenntnis der Analysten von Standard and Poor's, dass sich Spezialchemiefirmen in Zeiten allgemeiner Wirtschaftskrisen besser behaupten können, als breit aufgestellte Chemiekonzerne.

Tagesverlierer mit einem heftigen Abschlag von 8,3 Prozent war - wieder einmal, muss man wohl sagen - der Finanzdienstleister MLP. Auch die Lufthansa setzte ihren Sinkflug vom Vortag mit minus 2 Prozent fort. Am Montag hatte die siebtgrößte amerikanische Fluglinie US-Airways Insolvenzschutz beantragt.

Rentenmärkte

Der Bund-Future legte wie am Vortag erneut zu. Er gewann 0,2 Prozent auf 111,23 Punkte. Da schichten angesichts der Aktienschwäche wohl einige Investoren in Anleihen um.

Steigende Anleihenkurse bedeuten sinkende Renditen. Dementsprechend stellte die Bundesbank die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen bei 4,33 Prozent fest. Am Vortag hatte sie noch 4,37 Prozent betragen.

Devisenkurse

Der Euro konnte gegenüber allen wichtigen Weltwährungen leicht zulegen. Nach den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank entsprach ein Euro:

0,9799 US-Dollar,

0,6391 Britischen Pfund und

116,54 Japanischen Yen

Die Dax-Kurse in Euro und ohne Gewähr:

Adidas-Salomon 77,38 +0,88

Allianz 129,50 +1,40

BASF 41,80 +0,14

Bayer 24,32 -0,03

Bay. HypoVereinsbank 21,15 +0,40

BMW 39,25 +1,06

Commerzbank 10,77 +0,02

DaimlerChrysler 44,45 +0,70

Degussa 31,70 -0,20

Deutsche Bank 60,90 +0,90

Deutsche Post 10,50 +0,08

Deutsche Telekom 10,85 -0,31

E.ON 51,40 +0,52

Epcos 14,99 +0,64

Fresenius Medical Care 33,39 +1,39

Henkel 65,23 -1,37

Infineon Technologies 11,60 -0,49

Linde 45,05 -0,80

Lufthansa 12,54 -0,26

MAN 19,39 +1,14

Metro 26,55 +0,00

MLP 15,30 -1,38

Münchener Rück 196,50 +2,48

TUI 36,25 +0,69

RWE 78,00 +2,25

SAP 58,80 +1,18

Schering 47,98 +1,33

Siemens 12,69 -0,09

ThyssenKrupp 20,58 -0,12

VW 48,05 +0,95