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Fußball

Warten auf "Götzinho"

In seinem ersten Testspiel für die Bayern erzielt Neuzugang Mario Götze gleich zwei Tore. Fluch oder Segen? Denn nun liegt die Latte noch höher, glaubt DW-Sportreporterin Olivia Fritz.

Na endlich, er ist wieder da: Mario Götze hat sein erstes Spiel für die Bayern gemacht. Und was für eins: Zwei Tore, eines gleich drei Minuten nach seiner Einwechslung. Dazu fast "blindes" Verstädnis mit Flügelflitzer Franck Ribéry. Es war allerdings nur ein Testspiel gegen den FC Györ, ungarischer Meister zwar, aber noch kein echter Prüfstein. Dennoch war es beeindruckend, was Mario Götze bei seinem Comeback auf den Platz zauberte.

Nun überschlagen sich natürlich wieder alle. Bayern-Vorstandschef Rummenigge spricht von einem "Weltklassespieler" und einer "unglaublichen Verstärkung". Und Franck Ribéry, der mit Götze von Beginn an so harmonierte wie sonst nur mit Arjen Robben, kündigt an: "Wir werden zusammen noch viel Spaß haben."

Nur nicht verletzen!

Natürlich könnte es ein neues Traumduo Ribéry/Götze geben. Dann würden Fans und Gegenspieler staunen oder fluchen und vielleicht wäre der eitle Arjen Robben ein bisschen beleidigt. Aber zunächst einmal muss sich Götze ins Team finden und vor allem gesund bleiben. Denn seit Anfang Mai musste der 21-Jährige verletzungsbedingt zuschauen. Und auch im Dortmunder Meisterjahr 2012 fehlte er oft: Bis Anfang April musste er drei Monate lang wegen einer für sein Alter ungewöhnlichen Schambeinentzündung pausieren, danach folgten weitere kleinere Verletzungen und muskuläre Probleme. Götze - das zerbrechliche Juwel?

Vor dem Champions-League-Finale der Dortmunder gegen seinen neuen Club Bayern war er zu früh wieder in das BVB-Training eingestiegen und musste passen - ein schmerzlicher Verlust für die Mannschaft und ein nicht zu unterschätzendes Trauma für einen jungen Fußballer, der zum ersten Mal das Finale der Königsklasse erreicht hatte. Bei den Bayern muss er aber erstmal regelmäßig in großen Spielen bestehen.

Mario Götze beim Dribbling im Testspiel des FC Bayern München gegen Gyori ETO FC. (Foto: EPA/Szilard Koszticsak)

Endlich wieder am Ball: Bayern-Neuzugang und Ex-Borusse Mario Götze

Ab sofort zählen Leistungen

Von Null auf Hundert geht es jetzt für "Götzinho", wie er schon in Dortmund wegen seiner nahezu brasilanischen Technik getauft wurde und nie genannt werden wollte. Nach seinem spektakulären Wechsel für die Bundesliga-Rekordsumme von 37 Millionen Euro war es zunächst still geworden um den ehemaligen BVB-Star. Erst seit wenigen Tagen kann er wieder mittrainieren und schon steht er im Fokus: bei Fans, Medien und beim Trainer. Pep Guardiola hält große Stücke auf ihn und sieht ihn als hängende Spitze, auch "falscher Neuner" genannt. Was das für einen Mittelstürmer wie Mario Mandzukic bedeutet, kann der ja mal den Ex-Kollegen Mario Gomez fragen.

Nicht nur Mandzukic dürfte also mit wachsamem Auge auf Götzes Einstand geschaut haben. Auch die Konkurrenz, allen voran Ex-Klub Borussia Dortmund. Dort haben ihm viele den Wechsel zu seinem Lieblingsklub nicht verziehen. Auch manch anderer Fußballexperte sieht den Neuzugang vor einer unlösbaren Aufgabe und in der Position vieler, die den Gang zu den Bayern zu früh angetreten sind. Götze steht also ab sofort unter Druck. Nun ist er gefordert. Die Antwort muss er auf dem Platz geben. Und zwar nicht nur gegen den ungarischen Meister.

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