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Kultur

Warten auf die Killer-Technik

WWW wird mitunter spöttisch als Welt-Weites Warten übersetzt, denn es dauert oft sehr lange, bis Seiten angezeigt werden. Einiges hat sich zwar schon verbessert. Technologische Neuerungen sind jedoch weiter gefragt.

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Wer hat den Schnellsten?

E-Mails schreiben, kurz etwas Nachschlagen oder schnell die neuesten Nachrichten lesen. Für mehr als 30 Millionen Deutsche, die regelmäßig im Internet surfen, ist das Alltag. Die meisten nutzen das Internet bei der Arbeit im Büro oder von zu Hause. Jedes Jahr steigt die Menge der übertragenen Daten in Deutschland um etwa 50 Prozent. Schuld daran sind nicht nur die vielen E-Mails, sondern mittlerweile auch Radio- und Fernsehsender, die ihre Programme über das Internet verbreiten.

Feldwege statt Autobahnen

Folkmar Nilkes vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt beschreibt das Problem des privaten Internet-Nutzers folgendermaßen: "Sie können sich diese Netze so vorstellen, dass sie ein weit verzweigtes Netz von Autobahnen haben. Sie haben dann in den Regionen die Zubringer, die Bundesstraßen, und wenn sie abgelegen wohnen, kann es passieren, dass sie über einen Feldweg hoppeln müssen, sprich, ISDN oder noch weniger. So kann man sich das auch in der optischen Übertragungstechnik vorstellen."

Damit in den Datenleitungen nicht wie auf den Autobahnen Staus entstehen, müssen neue Technologien entwickelt werden. Das "Multi Tera Net" ist ein solches Projekt. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 31 Millionen Euro gefördert. "Multi Tera Net" ist ein buntes Gemisch von kleinen und großen Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitutionen wie der Fraunhofer-Gesellschaft. Fast 40 Entwicklungen sind von ihnen geplant. Sie alle sollen das Internet schneller und leistungsfähiger machen.

Gläserne Kabel

Ein Ziel ist es, die Übertragunswege zu modernisieren. Bisher laufen viele Internet-Verbindungen zumindest teilweise noch über ganz normale Telefonleitungen. Nur für die Hauptleitungen großer Anbieter werden dagegen Glasfaserkabel genutzt, die höhere Transfer-Raten ermöglichen. Diese Kabel sollen immer näher an den Endverbraucher gebracht werden.

Glasfaser überträgt die Daten nicht mehr durch Strom, sondern durch Lichtimpulse. Am einzelnen Computer kommt bisher meist nur ein Bruchteil davon an. Viel zu wenig für größere Filme. Genau das soll sich ändern, denn seit es so genannte Flatrates gibt, also Internet-Zugänge für einen monatlichen Pauschalbetrag, bleiben viele Rechner pausenlos im Netz. Mit dem "Multi Tera Net" entwickeln die Forscher erst einmal kleine Bauteile und schnelle Schaltungen.

Wenn das Warten ein Ende hat

Und mit denen wird dann irgendwann einmal jeder einzelne Haushalt direkt an das Glasfasernetz angeschlossen. Für den einzelnen Haushalt bedeutet dies laut Folkmar Nilkes, dass Wartezeit praktisch entfallen, wenn man Internet-Seiten besucht. "Das heisst, ihr Bild wird innerhalb einer Sekunde runtergeladen. Genauso schnell können Sie kommunizieren. Oder innerhalb kürzester Zeit irgendwelche Filme runterladen. Das wird sehr sehr schnell."

In drei bis fünf Jahren soll die neue Technik einsatzbereit sein. Video, Radio, Surfen - alles kein Problem mehr. So zumindest lautet der Plan für das Multi Tera Net. Bei der Geschwindigkeit der Internet-Verbindungen steht Deutschland im internationalen Vergleich schon heute recht gut da. Fraglich ist daher, ob viele Menschen bereit wären, für eine noch schnellere Verbindung, quasi ein Super-Autobahn für das Internet, auch mehr Geld zu bezahlen. Das wird sich erst zeigen, wenn es auf dem Markt eine Technologie gibt, die Fans gerne "Killerapplikation" nennen – das ist Anwendung, die viele Menschen haben wollen und die die neuen Bandbreiten auch wirklich braucht, also ein Muss für jeden Internet-Reisenden - egal zu welchem Preis.

  • Datum 22.10.2002
  • Autorin/Autor Hanno Griess / mas
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/2lOV
  • Datum 22.10.2002
  • Autorin/Autor Hanno Griess / mas
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