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Sport

Warten auf den nächsten Doping-Knall

Die unabhängige Untersuchungskommission der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA veröffentlicht heute den zweiten Teil ihres Berichts zum Doping in der Leichtathletik. Möglicherweise gerät auch IAAF-Chef Coe in die Schusslinie.

IAAF-Präsident Sebastian Coe. Foto: dpa-pa

Sebastian Coe, seit August 2015 Präsident des Leichtathletik-Weltverbands IAAF

Einen "Wow-Effekt" hat Richard Pound versprochen. Der Kanadier, Ex-Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), leitet die unabhängige WADA-Untersuchungskommission zum Doping in der Leichtathletik, die heute in München den zweiten Teil ihres Berichts veröffentlichen wird. "Ich denke, die Menschen werden sagen, wie zur Hölle konnte das passieren? Es ist ein kompletter Verrat an all dem, was Verantwortliche im Sport eigentlich machen sollen", sagte Pound in einem Interview der britischen Zeitung "The Independent". Der zweite Teil des Untersuchungsberichts beschäftigt sich vor allem damit, inwieweit der Leichtathletik-Weltverband IAAF in den Skandal um systematisches Doping in Russland verstrickt ist. Aufgrund der Hinweise der Kommission wurden in Frankreich bereits gegen den ehemaligen IAAF-Präsidenten Lamine Diack sowie weitere Beschuldigte Ermittlungsverfahren wegen Korruption und Geldwäsche eingeleitet. Sie sollen große Summen dafür kassiert haben, dass Dopingfälle vertuscht wurden.

Coe gibt sich gelassen

Mit Spannung wird erwartet, ob auch IAAF-Präsident Sebastian Coe in die Schusslinie gerät. Er hatte im vergangenen August den Posten von Diack übernommen. Zuvor war der frühere Weltklasse-Mittelstreckenläufer acht Jahre lang IAAF-Vizepräsident. Coe sieht den neuen Enthüllungen der WADA-Kommission nach eigenen Worten gelassen entgegen. "Ich habe als IAAF-Präsident in allen Untersuchungen gänzlich kooperiert", sagte der Brite im Fernsehsender Sky News. "Die Sache ist einfach: Wurden alle Unregelmäßigkeiten verfolgt? Die Antwort lautet: Ja. Wurden Strafen verhängt und publik gemacht? Ja. Wurde etwas vertuscht? Nein." Er denke nicht daran, so Coe, als IAAF-Präsident zurückzutreten.
Der Branchendienst insidethegames.biz zitiert bereits aus dem noch unveröffentlichten Bericht, dass Korruption "in der Organisation verwurzelt" gewesen sei. Für die Vorgänge könne "keine kleine Zahl von Tätern verantwortlich gemacht werden".

Weitreichende Folgen

Doping-Kontroll-Labor in Moskau. Foto: dpa-pa

Doping-Kontroll-Labor in Moskau

Der erste Teil des Berichts der WADA-Kommission, der

Anfang November

veröffentlicht worden war, hatte sich mit systematischem Doping in Russlands Leichtathletik beschäftigt. Daraufhin hatte das Anti-Doping-Labor in Moskau seine

Akkreditierung verloren

. Die IAAF hatte den russische Verband ARAF vorerst aus dem Weltverband

ausgeschlossen

. Ohne weitreichende Reformen dürfen Russlands Leichtathleten nicht an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen. In der vergangenen Woche

sperrte

die IAAF den ehemalige Schatzmeister Walentin Balachnitschew, der gleichzeitig russischer Verbandschef war, den russischen Ex-Cheftraiern Alexej Melnikow und Papa Massata Diack, den Sohn des ehemaligen IAAF-Präsidenten, lebenslang. Gabriel Dolle, ehemaliger Direktor des Anti-Doping-Programms der IAAF, wurde für fünf Jahre aus dem Verkehr gezogen.

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