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Politik

Warten auf das wahre Gesicht der USA

Die Nachkriegsordnung im Irak und die US-Drohungen an die Adresse weiterer arabischer Länder sind Themen in der arabischen Presseschau am Freitag (11.4.2003).

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US-Präsident George W. Bush hat den Irakern in einer Fernseh-Ansprache ein Leben in Freiheit und Demokratie versprochen. Das seien Lippenbekenntnisse, meint die regierungsnahe Zeitung ASCHARQ aus Katar. Zitat:

"Nun spricht Bush von der Befreiung der Völker und Einführung der Demokratie. Das sind die gleichen Worte, mit denen einst Briten und Franzosen die Besatzung arabischer Länder begründeten. Aber später haben die Besatzer ihr wahres Gesicht gezeigt."

Die nationalistische Zeitung AL-KHALEEG aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stellt fest, dass zum Hauptvorwurf der USA gegen Saddam Hussein bisher keine Beweise vorliegen:

"Es wurden keine Massenvernichtungswaffen gefunden. Dennoch wird irgendwann die Frage danach gestellt werden. Und dann werden die Amerikaner plötzlich behaupten, sie hätten doch Massenvernichtungswaffen gefunden. Denn man soll ja nicht nachträglich sagen können, das amerikanische Volk sei belogen und betrogen worden."

Mehrere arabische Kommentatoren fordern, dass bei der Nachkriegs-Ordnung im Irak die Vereinten Nationen die Federführung haben müssten. So schreibt die in London erscheinende überregionale Zeitung ASCHARQ AL-AWSAT:

"Nur eine internationale Kontroll-Macht kann die Einheit des Iraks und seine Souveränität bewahren. Das ist der einzige Weg, wie die Iraker und die arabische Welt zu überzeugen sind, dass die irakischen Bodenschätze nicht ausgebeutet werden und das Land nicht als Sprungbrett für militärische Angriffe gegen Nachbar-Staaten benutzt wird."

Das befürchtet auch der Kommentator der linksgerichteten libanesischen Zeitung AS-SAFEER. Hier heißt es:

"Der Krieg gegen den Irak hat bereits am 11. September 2001 begonnen, am 20. März 2003 ist er dann letztlich entbrannt. Am 31. März hat aber auch schon der Krieg gegen andere Staaten begonnen: An diesem Tag hat US-Außenminister Colin Powell vor den amerikanischen Juden Drohungen gegen Syrien und den Iran ausgesprochen. Fest steht: Die USA wollen - unter dem Vorwand der Demokratisierung - die arabische Welt verändern. Die Drohungen von Präsident Bush reichen sogar bis Saudi-Arabien und Ägypten. Hier sieht er eine Kultur, die Terroristen wie Osama Bin Laden hervorbringt. Diese Kultur soll - Bushs Plänen zufolge - von Grund auf umgekrempelt werden, um die Sicherheit der USA zu gewährleisten."

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