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Welt

Warnung vor Blutbad in der Elfenbeinküste

In der Elfenbeinküste droht nach der Festnahme von Laurent Gbagbo der Ausbruch neuer Gewalt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor einem Blutbad. Racheakte an Gbagbos Anhängern müssten unbedingt verhindert werden.

Laurent Gbagbo (Foto: dapd)

Gbagbo nach der Festnahme

Es waren ungewöhnlich deutliche Worte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen. Ban Ki Moon appellierte an den gewählten Präsidenten der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, den Ausbruch neuer Gewalttaten in dem westafrikanischen Land zu verhindern. Ein Sprecher Bans sagte am Dienstag (12.04.2011) in New York, jetzt müssten vor allem Racheakte an den Anhängern des festgenommenen ehemaligen Präsidenten Laurent Gbagbo vereitelt werden. Ban warnte vor einem "Blutbad".

Zugleich begrüßte er Ouattaras Versprechen, eine Wahrheits- und Versöhnungskommission einzurichten. Ouattara selbst kündigte im Fernsehen an, dass seinem entmachteten Widersacher der Prozess gemacht werde. Gbagbo müsse ebenso wie seine Mitarbeiter für mögliche Verbrechen in der Elfenbeinküste zur Rechenschaft gezogen werden. Nach einem fünf Monate langen Machtkampf mit Ouattara war Gbagbo am Montag im Bunker seiner Residenz in Abidjan festgenommen worden. Bundesaußenminister Guido Westerwelle begrüßte die Festnahme. Im Deutschlandradio sagte er: "Das lässt uns hoffen, dass der Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste ein schnelles Ende findet. Die Elfenbeinküste hat jetzt eine echte Chance für einen friedlichen und demokratischen Neuanfang."

Mit Panzern gegen den Ex-Präsidenten

In der Nacht zum Montag waren französische Soldaten zusammen mit UN-Soldaten und mit Unterstützung von Panzern gegen die Residenz Gbagbos vorgestoßen. Dort hatte sich Gbagbo seit einer Woche mit schwer bewaffneten Milizen in einem Bunker verschanzt. Frankreich hat zur Zeit etwa 1650 Soldaten in dem westafrikanischen Krisenstaat.

Auf Anweisung Ban Ki Moons hatten seit dem Wochenende auch UN-Kampfhubschrauber die Residenz Gbagbos mehrmals beschossen. Ban reagierte damit auf mehrere Angriffe von Gbagbo-Anhängern auf das Hotel mit den UN-Büros. Dabei war ein Mitarbeiter der Vereinten Nationen verletzt worden.

Ouattara ruft zum Frieden auf

Nach der Festnahme Gbagbos rief Ouattara in einer Fernsehansprache beide Lager auf, die Kämpfe zu beenden. Außerdem kündigte er die Gründung einer Kommission für Wahrheit und Versöhnung an. Das Gremium soll Vorwürfe untersuchen, nach denen es während des Machtkampfs auf beiden Seiten Gräueltaten an der Zivilbevölkerung gegeben habe.

Soldaten des gewählten Präsidenten Ouattara (Foto: AP)

Soldaten des gewählten Präsidenten Ouattara übernahmen die Kontrolle über das Land

Der gewählte Staatschef wies Spekulationen zurück, Gbagbo könnte an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag überstellt werden. Er forderte stattdessen Ermittlungen in der Elfenbeinküste gegen Gbagbo, seine Ehefrau und Mitarbeiter. Ouattara sicherte zu, dass sein Vorgänger würdevoll behandelt werde. Seine Rechte und die seiner Familie würden respektiert.

Ouattara war im November vergangenen Jahres als Sieger aus der Stichwahl um die Präsidentschaft des westafrikanischen Landes hervorgegangen. Gbagbo weigerte sich aber seitdem, den Posten zu räumen. In den letzten Wochen hatten die Truppen Ouattaras nach und nach fast das ganze Land unter ihre Kontrolle gebracht.

Autor: Martin Muno/Thomas Grimmer (afp, dapd, dpa, rtr)
Redaktion: Marion Linnenbrink

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