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Aktuell Deutschland

Warnstreiks behindern Verkehr auf Berliner Flughäfen

Kaum ist der Arbeitskampf auf dem Frankfurter Flughafen beendet, haben Flughafen-Mitarbeiter in Berlin mit Warnstreiks den Betrieb in Tegel und Schönefeld durcheinandergebracht.

Für je dreieinhalb Stunden legten Beschäftigte des Bodenpersonals am Freitag kurzfristig die Arbeit nieder - am Morgen in Tegel, am Abend in Schönefeld. Die Gewerkschaft Verdi wollte mit den Arbeitsniederlegungen im Tarifkonflikt mit dem Flughafen-Dienstleister Globeground Berlin den Druck erhöhen.

Mehrere Flüge fielen aus

In Tegel beteiligten sich nach Angaben von Verdi rund 200 Mitarbeiter an dem Warnstreik. Nach einer Bilanz des Betreibers fielen 30 Flüge aus. Außerdem habe es zahlreiche Verspätungen von maximal eineinhalb Stunden gegeben. Am Nachmittag lief der Verkehr wieder normal. Insgesamt standen in Tegel am Freitag 470 Starts und Landungen auf dem Flugplan.

Auf dem Flughafen Schönefeld legten rund 60 Beschäftigte der Spätschicht die Arbeit nieder, wie Verdi-Streikleiter Jens Gröger mitteilte. Ein Sprecher des Flughafens sagte, es seien 14 Flüge - sieben Starts und sieben Landungen - ausgefallen. Am Wochenende plant die Gewerkschaft nach eigenen Angaben keine Streikaktionen.

Festgefahrene Tarifverhandlungen

Verdi fordert für die 1500 Mitarbeiter des Airport-Dienstleisters Globeground Einkommensverbesserungen von vier Prozent. Globeground hat nach eigenen Angaben für die unteren Einkommensguppen Tariferhöhungen von bis zu 18 Prozent vorgeschlagen, für höhere Einkommen aber auch Abstriche verlangt. Das Vergütungssystem müsse neu geordnet werden, sagte Globeground-Geschäftsführer Bernhard Alvensleben. In der Endstufe müssten die Gehälter künftig niedriger sein als bisher, damit Globeground im Konkurrenzkampf überleben könne.

Laut Verdi erledigen die Globeground-Beschäftigten in Schönefeld und Tegel rund 80 Prozent der Passagier- und Gepäckabfertigung. Als zweiter Flughafendienstleister in Berlin ist das Unternehmen Acciona aktiv. Der Flughafenbetreiber plant, eine dritte Lizenz zu vergeben. Um zu verhindern, dass der Wettbewerb über die Löhne und Gehälter ausgetragen wird, will Verdi auch erreichen, dass der Tarif von Globeground für allgemeinverbindlich erklärt wird.

Erst am Mittwoch waren tagelange Streiks der Vorfeldbeschäftigten am Frankfurter Flughafen durch das Arbeitsgericht für illegal erklärt und gestoppt worden.

wl/se (dpa,dapd)

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