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Aktuell Deutschland

Warnstreik-Welle startet in Berlin

Unterrichtsausfall, Verkehrsbehinderungen, Einschränkungen in Kliniken und Ämtern: Von diesem Montag an muss sich Deutschland auf Warnstreiks im öffentlichen Dienst einstellen. Los ging's in der Hauptstadt.

Plakat mit Aufschrift 'Warnstreik' hängt in Berlin-Mitte vor einer Schule (Foto: dpa)

Berlin / Warnstreik / GEW / Schule

Im Tarifkonflikt mit den Bundesländern machen die Gewerkschaften Druck: Nach zwei gescheiterten Verhandlungsrunden kommt es an diesem Montag zu ersten Warnstreiks im öffentlichen Dienst. In Berlin traten angestellte Lehrer an mehr als 100 Schulen in den Ausstand - sie folgen damit einem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Für Tausende Kinder dürfte der Unterricht ausfallen.

In den nächsten Tagen und Wochen soll es dann in fast allen 16 Bundesländern Warnstreiks geben. Auch Mitarbeiter von Straßenmeistereien, Universitätskliniken und Verwaltungen werden dann wohl zeitweise in den Ausstand treten. Die Bürger müssen deshalb - neben dem Ausfall von Schulstunden - mit Verkehrsbehinderungen, Einschränkungen beim Winterdienst und verzögerten Abläufen in Ämtern rechnen.

Plus 6,5% !

Die Gewerkschaften fordern für die mehr als 750.000 Angestellten des öffentlichen Dienstes der Länder unter anderem 6,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeberseite - die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) - hält die Forderungen für überzogen. Außerdem wollen die Gewerkschaften erreichen, dass die Gehaltsgruppen der rund 200.000 angestellten Lehrer bundesweit per Tarifvertrag einheitlich geregelt werden.

Am Donnerstag vergangener Woche war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis zu Ende gegangen, nachdem die Arbeitgeber erneut kein Angebot vorgelegt hatten. Am 7. und 8. März sollen die Verhandlungen in Potsdam fortgesetzt werden. Nach Ansicht von Jens Bullerjahn, dem Verhandlungsführer der Arbeitgeber, werden die Warnstreiks die Verhandlungen nicht beeinflussen. "Wir lassen uns nicht unter Druck setzen", betonte Sachsen-Anhalts Finanzminister.

Nach dem Willen der Gewerkschaften soll das Verhandlungsergebnis am Ende auch auf die Beamten übertragen werden. Mit den Beamtenanwärtern und Pensionären wären das rund zwei Millionen Menschen zusätzlich.

wa/mm (dpa, afp)