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Amerika

Warnschuss ohne Folgen

Die Fahnen an öffentlichen Gebäuden wehen für die Opfer des Amoklaufes an der Columbine High School auf Halbmast. Trotz des Entsetzens vor zehn Jahren hat sich an den Waffengesetzen in den USA nichts geändert

Schülerinnen vor der Red Lake High School im März 2005

Großes Entsetzen über die Bluttat: Der Amoklauf an der Columbine High School jährt sich zum zehnten Mal Foto: AP

Zehn Jahre nach dem Amoklauf an der Columbine High School im US-Bundesstaat Colorado haben mehrere hundert Menschen an einer Mahnwache für die Opfer teilgenommen. An der Gedenkstätte für die 13 Todesopfer in einem Park in der Nähe der Schule entzündeten sie am Vorabend des Gedenktages Kerzen und legten Blumen und Kränze nieder. Anlässlich des Jahrestages blieb die Schule am Montag (20.04.2009) geschlossen. An der Mahnwache nahmen auch Angehörige der Opfer teil.

Am 20. April 1999 erschossen der 18-jährige Eric Harris und der ein Jahr jüngere Dylan Klebold zuerst 13 Menschen und richteten anschließend sich selbst. Im Laufe der Ermittlungen in Littleton erfuhr die amerikanische Öffentlichkeit, dass es sogar noch schlimmer hätte kommen können: Mit gefährlicher Genauigkeit hatten die beiden Schüler ein Jahr lang ihre Bluttat geplant, um möglichst effektiv eine Vielzahl von Menschen zu töten.

USA: 30.000 Tote im Jahr durch Schusswaffen

Die Polizei hatte nach der Bluttat in der Schule mehr als 30 selbst gebastelte Sprengsätze gefunden, manche mit Nägeln gespickt, offensichtlich mit dem Ziel, möglichst viele Verstümmelungen bei den Opfern zu verursachen. Auch zwei mächtige Propangasbomben hatten die beiden Täter deponiert. Damit wollten sie das gesamte Schulgebäude in die Luft jagen. Die grausame Tat der als Außenseiter geltenden Teenager war das bis dahin schlimmste Schulmassaker - weltweit ereigneten sich später zahlreiche tragische Nachahmungstaten.

In den USA hatten die Ereignisse an der Columbine High School eine Diskussion über die amerikanischen Waffengesetze losgetreten. Doch ohne viel Erfolg: In den meisten der 50 US-Bundesstaaten können Erwachsene bis heute tödliche Schusswaffen fast ohne Einschränkung im Geschäft kaufen. Jedes Jahr sterben etwa 30.000 Menschen durch diese Waffen.

Schärfere Waffengesetze werden sich in den USA so schnell nicht durchsetzen lassen

Ein Waffenhaendler bei der Western Americana Gun Show im kalifornischen Pomona Foto: AP

Mächtige Waffenlobby

Fachleute bezweifeln, dass der neue US-Präsident Barack Obama zukünftig eine umfassende Waffenkontrolle durchsetzen kann. Denn in den eigenen Reihen hat er genügend Demokraten, die sich für den freien Zugang zu Schusswaffen stark machen. Und auch der mächtige Waffenlobby-Verband „National Rifle Association“ mit vier Millionen Mitgliedern nutzt seine publizistische Kraft.

Etwa 45 Prozent der US-Haushalte besitzen Waffen, deren Besitzer ein wichtiges Wählerpotential darstellen. Obama plant derweil einige kleinere Schritte: Der Verkauf von Sturmgewehren soll künftig verboten werden, Waffen sollen Kindersicherungen bekommen und Käufer registriert werden. Kann sich der neue US-Präsident damit durchsetzen, wäre dies die erste Verschärfung der Waffengesetze seit 15 Jahren. (apf/ap/dpa)

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