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Aktuell Amerika

Warmes Obdach für New Yorker gesucht

Erst Sturm, dann Kälte. Nach dem verheerenden Wirbelsturm "Sandy" macht nun ein Kälteeinbruch zehntausenden Menschen an der US-Ostküste zu schaffen. Die Stadt New York öffnete Notunterkünfte und verteilte Decken.

Ein Mann verlässt mit einer Decke eine Verteilstelle für Hilfsgüter in Long Beach (Foto: Getty Images)

Wirbelsturm Sandy New York Notversorgung Notunterkunft

"Die Kälte ist wirklich gefährlich", sagte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und rief ältere Menschen ohne Heizung auf, in Notunterkünfte zu gehen. In New York und seinen Vororten sowie in Long Island sind sechs Tage nach dem Supersturm "Sandy" noch immer rund 700.000 Haushalte und Firmen ohne Strom. Bloomberg schätzt, dass in der Metropole bis zu 40.000 Wohnungen durch den Sturm nicht mehr nutzbar sind.

Wo die Energieversorgung noch nicht funktioniert, seien viele Häuser wegen der herrschenden Niedrigtemperaturen "unbewohnbar", ergänzte der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo. Die Heimatschutzministerin Janet Napolitano sagte, die Behörden suchten Wohnungen und Hotelzimmer für Hilfsbedürftige.

Vor einem für Mittwoch angekündigten Herbststurm bemüht sich das Rote Kreuz um warme Unterkünfte für die Sturmopfer ohne Heizung. Die Temperaturen in New York fielen am Wochenende in die Nähe des Gefrierpunkts.

Benzin und Diesel bleiben knapp

Die schwierige Lage wird durch den anhaltenden Mangel an Benzin und Diesel in der Unglücksregion verschärft. An den Tankstellen gibt es lange Schlangen von Menschen, die auf Treibstoff für Heizgeräte warten. Vielerorts darf nur für höchstens 30 Dollar getankt werden. Der Gouverneur des Staates New Jersey, Chris Christie, hatte die Benzin-Rationierung angeordnet. Nach mehreren Festnahmen wegen Übergriffen an Tankstellen setzten die Behörden zusätzliche Sicherheitskräfte ein.

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Immer noch Chaos in Teilen New Yorks

An der gesamten US-Ostküste sind noch etwa 2,5 Millionen Haushalte ohne Strom, wie das Energieministerium mitteilte. Allerdings konnte in Manhattan die Stromversorgung fast völlig repariert werden. Einsatzkräfte in New York arbeiten unermüdlich daran, die Versorgung in den Schulen und in den Wahllokalen für die Präsidentenwahl am Dienstag wiederherzustellen. Der New Yorker U-Bahnverkehr ist zu rund 80 Prozent wieder in Betrieb.

Bürger mit Obama zufrieden

US-Präsident Barack Obama rief Hilfsorganisationen dazu auf, jede unnötige Bürokratie zu vermeiden, um so schnell wie möglich zur Normalität zurückzufinden. Die jüngste Umfrage des Senders "NBC" ergab, dass mehr als zwei Drittel der Befragten mit Obamas Krisenmanagement zufrieden sind. Nur 15 Prozent äußerten ihr Missfallen.

Durch "Sandy" kamen nach amtlichen Angaben allein in der Stadt New York 42 Menschen ums Leben, in allen 15 betroffenen US-Bundesstaaten und in Kanada sind 109 Todesopfer bekannt. Der geschätzte Schaden liegt bei 50 Milliarden Dollar.

Promi-Konzert für Sturmopfer

Jon Bon Jovi in Aktion - hier beim Charity-Konzert für Sandy-Opfer in New York (Foto: AP)

Jon Bon Jovi in Aktion - hier beim Charity-Konzert für "Sandy"-Opfer in New York

Ein einstündiges Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten der "Sandy"-Opfer brachte 23 Millionen Dollar ein. Das sei ein Rekordwert, teilte das Amerikanische Rote Kreuz mit. Bei dem Konzert waren am Freitag Stars wie Jon Bon Jovi, Christina Aguilera, Billy Joel, Sting und Bruce Springsteen am Freitag aufgetreten. "Wir sind unendlich dankbar und gerührt für dieses Zeichen der Unterstützung für die, die unter den Folgen des Supersturms leiden", sagte Peggy Dyer vom Roten Kreuz.

Im ebenfalls schwer getroffenen Haiti rief Ministerpräsident Laurent Lamothe die internationale Gemeinschaft auf, humanitäre Nothilfe zu leisten. Die Regierung hat wegen der verheerenden Schäden bereits den Notstand ausgerufen. Ein Ausläufer des Wirbelsturms hatte vor zwei Wochen in dem verarmten Land große Teile der Ernte vernichtet. Mindestens 60 Menschen kamen ums Leben, Tausende sind obdachlos.

kle/sc (afp, dpa, rtr, dapd)

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