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Mecklenburgisch

Warm werden mit den Mecklenburgern

Fischköppe nennt man die Mecklenburger – weil sie angeblich so kühl, stur und schweigsam wie Fische sind. Doch irgendwann fangen sie an zu schnacken – beim Korn auf dem Dorffest oder beim Latte Macchiato in Rostock.

"Die sin gornich stief. Dat is nur der Schien", sagt Uwe Süssmilch über seine Landleute. Und er muss es wissen. Denn er ist nicht nur selbst Mäkelbörger, sondern auch gewissermaßen Mecklenburg-Experte. Süssmilch ist Gründer und Vorsitzender des Plattdeutsch- und Folklorevereins "Klönschnack" in Rostock.

Leuchtturm von Warnemünde

Stille Wasser
"Kloar, wenn n Mäkelbörger inne Kneipe rinne kööt, denn kiekt de ierst ob do n leeren Tisch ist." Das liege daran, weiß Süssmilch, dass es in Mecklenburg-Vorpommern früher einfach nicht so viele Leute gab. Die Menschen lebten von der Landwirtschaft oder von der Fischerei und "do würd näch fäll vertell, dat wier ne harte Arbeit."

Gesellig ging es dann erst auf Ernte- und Dorffesten zu, denn auch der stillste Mecklenburger feiert gerne. Und überhaupt: Selbst wenn sie manchmal ein bisschen rau und unnahbar wirken – auch die "Fischköppe" haben einen weichen Kern. "Hät de Mäkelbörger ierst n Menschen in sein Haart geschlotten, dann kann dieser Mensch sich opn Mäkelbörger full und gonz verlassen."

Schweriner Schloss

Von der Küste in die Stadt
Ruhig sind die Menschen hier an der Küste. Wer so mit und von der Natur lebt, macht sich keine unnötigen Sorgen: "Wat soll ick mich hüt upregen, über dat, wat morgen gar nicht kümmt", ist das Motto. Man lässt die Dinge auf sich zukommen. Ändern kann man sie sowieso nicht.

Trotz des fruchtbaren und schönen Hinterlandes – Mecklenburg-Vorpommern war immer auf die See ausgerichtet. Rostock, die größte Stadt und wirtschaftlicher Motor des Landes, lebt fast ausschließlich von seinem Hafen. Der alten Hansestadt sieht man ihren vergangenen Einfluss noch heute an: Prächtige Patriziervillen und die typisch norddeutsche Backsteingotik säumen das Kopfsteinpflaster der Straßen.

Der Rostocker Marktplatz

Fischkopf mit Sonnenbrille
Die Universität bringt junge Menschen und ein bisschen internationales Flair in die Stadt. Hier leben knapp 200.000 der 1,7 Millionen Mecklenburg-Vorpommern. Und hier ist der Mäkelbörger dann auch gar nicht mehr so, wie man sich ihn vorstellt: Statt mit Schiebermütze schweigsam in sein Bier zu starren, trinkt er lieber mit Sonnenbrille im Haar einen Latte Macchiato.

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