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Aktuell Afrika

Warlord Kony wird gejagt

Seit sieben Jahren wird er gesucht, jetzt soll der Rebellenführer Joseph Kony endlich gefasst werden. Der UN-Sicherheitsrat hat grünes Licht für eine Spezialtruppe gegeben, die ihn und seine LRA aufspüren soll.

Eine Regionale Interventionstruppe mit insgesamt 5000 Soldaten aus mehreren Ländern der Afrikanischen Union (AU) wird nun ihre Arbeit gegen die Widerstandsarmee des Herrn (LRA) und seinen Führer aufnehmen. Die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats stimmten der "Regionalstrategie der Vereinten Nationen zum Umgang mit der Bedrohung und den Auswirkungen durch die Aktivitäten der LRA" am Freitag in einer Präsidialerklärung zu.

Die AU-Truppe müsse "angemessen mit Flugzeugen, Kommunikationsmitteln, Büros und Unterkünften, medizinischer Versorgung, Benzin und Verpflegung ausgerüstet werden und zwar so bald wie möglich, spätestens aber bis Dezember 2012", sagte der UN-Sonderbeauftragte für Zentralafrika, Abou Moussa. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte vor kurzem bereits auf die unzureichenden Mittel der AU-Kräfte hingewiesen und die UN-Mitgliedsstaaten dazu gedrängt, das Fehlende bereitzustellen.

In die Ecke gedrängt?

Seit Monaten läuft eine intensive Fahndung nach Rebellenführer Kony in den Dschungelgebieten Zentralafrikas. Das Interesse an der Suche wurde durch ein millionenfach angeklicktes Internetvideo der US-Kinderhilfsorganisation Invisible Children gesteigert, das seit dem Frühjahr abrufbar ist und in dem die Gewalttaten der LRA drastisch dargestellt werden.

Nach aktuellen Erkenntnissen verfügt Kony noch über 300 bis 500 bewaffnete Kräfte, darunter viele Kinder, die zuvor gekidnappt wurden. Die Hälfte der entführten Kinder sind Mädchen. Sie werden in der Regel zwangsverheiratet und häufig sexuell missbaucht. Die Rebellen sollen sich in verschiedenen Dschungelverstecken aufhalten. Laut UN soll der Warlord zunehmend nervöser werden und alle paar Tage seinen Standort wechseln.

Joseph Kony wird seit 2005 per internationalem Haftbefehl gesucht. Die schlimmsten Verbrechen beging seine LRA in den 90er-Jahren im Norden Ugandas. Bis 2004 wurde sie dort weitgehend verdrängt. Allerdings führen ihre verbliebenen Verbände noch immer Übergriffe auf Zivilpersonen in Uganda und angrenzenden Staaten aus. Die LRA ist dafür berüchtigt, Massaker zu verüben, ihre Opfer zu verstümmeln und Jungs für den Dienst als Kindersoldaten und als Sex-Sklaven zu entführen.

rv/gmf (dapd, rtr, afp, dpa)