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Aktuell Europa

War die Flucht aus Idomeni gesteuert?

Hunderte Flüchtlinge haben versucht, von Griechenland aus die Grenze zu Mazedonien zu überqueren. Der Flüchtlings-Exodus ist nach Ansicht der Regierung in Athen organisiert worden.

"Wir haben in unseren Händen Flugblätter, die zeigen, das das eine organisierte Aktion war", sagte der Sprecher des griechischen Krisenstabes für die Flüchtlingskrise im Hinblick auf den Exodus aus Idomeni. Zuvor hatte er in Athen an einer Dringlichkeitssitzung unter Vorsitz des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras teilgenommen. Wer hinter der Aktion gesteckt habe, sei bislang unklar.

Lage in Idomeni "absolut aussichtslos"

Zudem gebe es auch andere Flyer, die die Migranten falsch informieren und sie auffordern, nicht in andere Lager ins Landesinnere zu gehen. Sie sollten nicht in Busse steigen, weil die Regierung in Athen plane, sie zurück in die Türkei zu bringen, hieße es darin. "Wir fordern die Migranten und Flüchtlinge auf, den griechischen Behörden zu vertrauen und es zu akzeptieren, in andere Lager gebracht zu werden", erklärte der Sprecher des Krisenstabes weiter. Die Lage im Flüchtlingslager Idomeni sei "absolut aussichtslos".

Griechische Medien veröffentlichten Kopien der Flugblätter, die Unbekannte an die Migranten verteilt hatten. Darin ist der Weg eingezeichnet, wie die Migranten den mazedonischen Zaun meiden und über Umwege nach Mazedonien einreisen können. Unterzeichnet war das Flugblatt mit "Kommando Norbert Blüm".

Der frühere CDU-Bundesminister bestreitet, damit etwas zu tun zu haben. "Ich habe erst im Nachhinein von diesem Flugblatt erfahren", sagte Blüm der "Bild"-Zeitung. "Die Aktion habe ich nicht initiiert." Der 80-jährige hatte in den vergangenen Tagen im Flüchtlingslager Idomeni campiert.

Bis zu 2000 Flüchtlinge schafften Medienberichten zufolge am Montag trotz der gesperrten Grenze die illegale Einreise von Griechenland nach Mazedonien.

Rund 14.000 Menschen sitzen in Idomeni fest

Rund tausend Flüchtlinge hatten sich am Montag vom improvisierten Lager am Grenzübergang Idomeni aufgemacht, um einen Weg über die Grenze zu finden. Nachdem mehrere hundert von ihnen durch einen von tagelangem Regen angeschwollenen Grenzfluss gewatet waren, wurden sie von der mazedonischen Armee aufgehalten.

Mehr als 14.000 Menschen sitzen teilweise seit Wochen in Idomeni unter unzumutbaren Zuständen fest. Sie hausen in der Kälte in kleinen Zelten oder schlafen auf schlammigen Feldern im Freien. Essen und Getränke sind knapp. In den vergangenen Tagen setzte Dauerregen den Flüchtlingen zusätzlich zu. Obwohl die Grenze seit vergangener Woche komplett geschlossen ist, hoffen sie noch immer, weiter nach Norden zu gelangen.

cr/rb (dpa, afp)