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Reise

Wandern in Schottland

Wer zu Fuß unterwegs ist, erlebt die Reize der schottischen Landschaft besonders intensiv. Auf dem "West Highland Way" haben Wanderer die besten Bedingungen.

Seit 1980 gibt es diesen ersten Fernwanderweg Schottlands, der mit dem Symbol der heimischen Distel markiert ist. Er verbindet auf 154 Kilometern Glasgows nördlichen Stadtteil Milngavie mit Fort Williams am Fuß des 1.344 Meter hohen Ben Nevis, der höchsten Erhebung der britischen Insel.

Schottland Wandern (picture-alliance/dpa/D. Gammert)

Aufstieg zum Ben Nevis

Wanderern wird einiges abverlangt, etwa am höchsten Punkt der Tour auf 550 Metern Höhe am Pass unterhalb des Berges Stob Mhic Mhartuin (706 Meter). Zwar gibt es nur wenige kilometerlange steile Anstiege: kein Vergleich mit Alpenwegen! Aber durch das ständige Auf und Ab kommen rund 4.500 Höhenmeter zusammen, fast exakt die Höhe des Matterhorns.

Schottland Wandern (picture-alliance/robertharding/G. Cook)

Schottisches Hochlandrind

Wer auf die Strecke geht, sieht wie im Brennglas alles, was die meist raue Landschaft Schottlands bietet, mit Ausnahme ihrer vorgelagerten Inseln: die landwirtschaftlich geprägten Lowlands, Seen, Wasserfälle, kahle Bergrücken, schroffe Täler und das Rannoch Moor, das größte zusammenhängende Moorgebiet das Landes.

Loch Lomond Through the lens Schottland (Getty Images/J.J.Mitchell)

Loch Lomond

Am Loch Lomond, dem mit fast 40 Kilometern Länge größten Süßwassersee des Landes mit wilden Felsformationen am Ufer, führte im 18. Jahrhundert Clanchef Robert Roy MacGregor sein wildes Leben. 1995 wurde seine Geschichte mit Liam Neeson in der Hauptrolle verfilmt. Der Film "Rob Roy" schwelgt in eindrucksvollen Bildern aus den Highlands - vielleicht ein Grund dafür, warum es so viele Touristen gen Norden zieht.

Knapp vier Kilometer nördlich von Rowardennan führt der Weg an einer tiefen Felsspalte vorbei, "Rob Roys Gefängnis". Hier soll der spätere Aufständische einen entführten Adligen festgehalten haben, um Lösegeld zu erpressen - belegt ist das nicht.

Schottland Wandern (picture-alliance/picturedesk.com/F. Pritz)

Glenmore Forest Park

Kurz vor Tyndrum, einst Zentrum der Bleigewinnung, stößt der Wanderer auf die Geschichte des Heiligen St. Fillan. Der aus Irland kommende Missionar war im 8. Jahrhundert in Schottland unterwegs und "hat viele Spuren in Mythen und romantischen Erzählungen hinterlassen", schreibt Autor und Wanderexperte Hartmut Engel.

Zwei von fünf Reliquien, die St. Fillan zugeschrieben werden, sind im Edinburgher National Museum of Antiques ausgestellt: Ein silberner Teil seines Bischofsstabes und eine Glocke, die bei Ritualen der Krankenheilung eingesetzt worden sein soll. Nahe der Kirkton Farm befindet sich in einer Baumgruppe die moosüberwucherte Ruine der Kapelle des Heiligen, die allerdings zu einem Kloster gehörte, das erst im 12. Jahrhundert entstand.

Schottland Wandern (picture-alliance/PA Wire/A. Milligan)

Glencoe in den Highlands

Über 15 Jahre dauerte es, bis aus der Idee der durchgehenden Wegeauszeichnung Wirklichkeit wurde. Vor allem die Verhandlungen mit den Landbesitzern, über deren Eigentum die Wanderstrecke auf meist historischen Pfaden führt, fraß viel Zeit. "Vorhandene Wege wurden ausgebessert und befestigt, Markierungspfeile gesetzt und Brücken über Bäche und Flüsse gebaut", berichtet Engel. Aber es gibt so gut wie keine Schutzhütten. Und weil der Wanderweg meist historischen Pfaden der Viehtreiber oder einstigen Militärstraßen folgt, stehen fast keine Geschäfte oder Cafés entlang des Weges, mit Ausnahme kleiner Shops auf Campingplätzen.

Schottland Wandern (picture-alliance/StockPix/A. Wilson)

Campen am Strand von Loch Lubhair

Nach Schätzungen des Tourismusverbandes gehen jährlich zwischen 50.000 und 75.000 Wanderer einzelne Etappen oder den Weg in voller Länge. Im Juli beginnt die Hauptsaison für Wanderer und geht bis September. Deshalb ist es zwingend, Quartiere in Hotels, Bed & Breakfast oder Jugendherbergen im Voraus zu buchen. Das Ausweichen auf das Frühjahr bietet sich an, dann gibt es auch keine "midges" (winzige Mücken), die im Hochsommer ihr Unwesen treiben, 

Dirk Baas (epd)

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