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Wanderdüne

Wanderameisen, Wanderheuschrecken, wandernde Müller - auf Wanderschaft sind viele, sogar Sandhaufen. Wanderdünen sind ständig unterwegs und wollen ganz nach vorne.

Die Wanderdüne ist ein Puzzle, aus Sandkörnern zusammengesetzt, ein zusammengesetztes Wort: die Wanderdüne. Sie ist gerne im Freien, sie ist ständig unterwegs, sie treibt sich ihr ganzes langes Leben lang herum, nein: sie wird herumgetrieben – vom Wind.

Sand in Bewegung

Sie hält sich gerne in Meeresnähe auf, (was man verstehen kann) – und kommt kaum vom Fleck. So scheint es. Aber wer ihr genauer einige Jahre lang zuschaut erkennt, die Wanderdüne ist eine wandelbare Wanderin: sie wogt, hebt und senkt sich, steigt, schiebt sich weiter, rückt vor.

Sie braucht nicht viel, sie „frisst“ Kilometer- ist unermüdlich, agil, mobil, flexibel, sie ist modern - und ohne Wurzel. Die Bildung von Dünen setzt das Vorhandensein von Sand und das Fehlen einer geschlossenen Pflanzendecke voraus.

Der Müller und der Präsident

Das Wandern ist des Müllers Lust, so heißt ein deutsches Volkslied. Es ist sehr bekannt und irreführend. Leider. Es heißt in dem Lied „vom Wasser haben wir’s gelernt, das Wandern, vom Wa-ha-sser. Nicht vom Sand, tja: kein Wunder, dass es kaum noch Müller gibt, und früher gab es sie wie Sand am Meer! Na ja, das nicht…

Der erste Bundespräsident unsrer einst jungen Republik, Theodor Heuss, machte klar, was beim Wandern den Unterschied zu anderen Fortbewegungsarten ausmacht. „Der Sinn des Reisens ist, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein.“

Sang und Klang

Übrigens singt die Düne beim Wandern selbst. Besser: Sie brummt. Manchmal klingt sie auch wie Trommeln, Donner oder ein tief fliegendes Propellerflugzeug. Woher sie das gelernt hat? Nun, sie kommt viel rum, lässt sich den Wind um die Nase wehen.

Die größte Wanderdüne Europas ist die Dune du Pyla. Sie ist 117 Meter hoch, besteht aus 60 Millionen Kubikmeter Sand und befindet sich in Frankreich bei Arcachon – noch. Wer weiß, wohin sie noch vom Winde verweht wird.

Vom Winde verweht

Der Wind nimmt den Sand auf und bläst ihn so weit, bis er an einer Erhebung in der Landschaft hängen bleibt. Ist der Wind stark genug und der Sand trocken, baut sich eine Düne auf. Vom Luvrand der Düne – wo der Wind angreift – wird gleichzeitig Sand Richtung Lee geweht. Die Düne beginnt mit der Wanderschaft.

In der Sahara, wo sie fünf Meter hoch wird, schafft die Düne gut zwanzig Meter im Jahr. Das ist nicht viel, wenn man sieht, wie es kleinsten Kindern immer wieder gelingt, auf dem Weg vom Spielplatz in die elterliche Wohnung erstaunliche Sandmengen in kleinen Schuhen zu transportieren. Und wenn die Eltern dann mit den Zähne knirschen, weiß man nicht, was da knirscht: ist es Sand oder ist es Zorn. Aber das ist ein anderes Phänomen.

Alles voller Sand! Voller Sand voraus!

Die Sanddüne knirscht nicht. Sie hat keinen Sand im Getriebe, Sand ist ihr Getriebe.

Es gibt nichts zu sehen! Die Wanderdüne wäre eine Wanderausstellung wert, freilich ohne Öffnungszeiten. Was würden da die Blicke wandern. Es gäbe in einer solchen Wanderausstellung viel zu sehen – wär` s nur nicht so dunkel im Düneninnern und so sandig.

Und außerdem: sie muss ja weiter wandern. Wie bremst man eine Wanderdüne? Durch Bewuchs, durch Pflanzen. Man macht die Wanderdüne sesshaft, indem man sie etwa mit Kiefern bepflanzt.

Abgebremst…

So wurden fast überall in bewohnten Gegenden, speziell hier in Europa, aus normalen Wanderdünen träge Sandhügel. Wenn das so weitergeht, werden wohl nur noch in der Wüste die Dünen wandern, während hierzulande die letzten Wanderdünen, im Sande verlaufen...

Fragen zum Text

Was setzt die Bildung von Dünen voraus?

1. das Vorhandensein von Pflanzen und Wasser

2. das von Sand und das Fehlen einer geschlossenen Pflanzendecke

3. einen Eimer und viele Schüppen

Das Wandern ist es Müllers…?

1. Frust.

2. Lust.

3. Freud.

Wie viele Kubikmeter Sand umfasst die größte Wanderdüne Europas?

1. 60 Millionen Kubikmeter

2. 90 Millionen Kubikmeter

3. 20 Milliarden Kubikmeter

Arbeitsauftrag

Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus oder mit dem Auto - wie kommen Sie zu Ihrem Deutschunterricht? Erklären Sie möglichst genau den Weg zu Ihrem Schulgebäude. Benutzen Sie die Adjektive links, rechts und geradeaus und beschreiben Sie außerdem auffällige Orientierungsmerkmale, wie ein großes Haus oder einen Baum.

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