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Kultur

Walser: Roman-Kritik hätte mich fast umgebracht

Der Schriftsteller Martin Walser hat angedeutet, dass ihn die Angriffe auf seinen Roman "Tod eines Kritikers" fast das Leben gekostet hätten. Die an ihm und seinem Roman geübte Kritik sei kaum zu ertragen gewesen, weitere Angriffe hätte er nicht ausgehalten, sagte er in einem Interview des Hamburger Magazins "Stern" und fügte hinzu: "Dann wäre ich weg, wäre wahrscheinlich nicht mehr hier. Die "FAZ" hat es nicht geschafft und deswegen kann ich leben."

In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) hatte Herausgeber Frank Schirrmacher den Roman ein "Dokument des Hasses" genannt. In manchen Feuilletons war Walsers Roman, dessen Hauptfigur an den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki angelehnt ist, als persönliche Hetze auf Reich-Ranicki verurteilt worden. Andere stuften den satirisch angelegten Roman als Abrechnung mit den Machtmechanismen des deutschen Literaturbetriebs ab. Er selbst bezeichnete seinen Roman dagegen als "unglücklich verlaufene Liebesgeschichte". Rückblickend wirft Walser seinen Kritikern Gefühllosigkeit vor. Dennoch bedauere er nicht, seinen Roman geschrieben zu haben. "Manchmal, nehme ich dieses Buch in die Hand und schaue hinein und sage: Ja!Ja!Ja!"

  • Datum 23.12.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/31IV
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