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Kultur

Walser "erschrocken" über NSDAP-Mitgliedschaft

Walser "erschrocken" über NSDAP-Mitgliedschaft

Der Schriftsteller Martin Walser hat sich bestürzt über den Dokumentenfund im Berliner Bundesarchiv gezeigt, der angeblich seine Mitgliedschaft in Hitlers Nationalsozialistischer Deutscher Arbeiterpartei (NSDAP) belegt. "Ich bin erschrocken, dass eine solche Organisation in dieser Weise über mich verfügt hat", wird Walser in der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" zitiert. Zugleich bekräftigte er, zu keinem Zeitpunkt einen Aufnahmeantrag in die NSDAP unterschrieben zu haben und bisher auch nichts von der Mitgliedschaft gewusst zu haben. Den Einträgen auf den Karteikarten zufolge soll Walser die Aufnahme am 30. Januar 1944 beantragt haben. Dazu erklärte Walser der Zeitung zufolge: "Ich habe nichts beantragt am 30.1.1944. Ich war 16." Auch habe er am 27. Februar 1944 "an keiner Aufnahmefeier teilgenommen und nie ein Mitgliedsbuch besessen". Als Antragsteller hat Walser einen "Standortführer" aus seinem Heimatort Wasserburg am Bodensee in Verdacht: "Der hat wahrscheinlich seine Karriere befördern wollen und hat solche Überweisungen einfach produziert. Und der hat mich dann eben auch bürokratisch verordnet", sagte der Schriftsteller.