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Welt

Wall-Street-Protestler auf Quartiersuche

Wie geht es weiter mit der Occupy-Bewegung in New York? Viele Anhänger der Anti-Wall-Street-Proteste mussten sich nach der Räumung ihres Protest-Camps im Zuccotti Park einen neuen Platz zum Schlafen suchen.

Ein Demonstrant schläft am Rande des geräumten Zuccotti Parks in New York auf einer Steinmauer (Foto: AP)

Kein Zelt, kein Schlafsack: Der Bankenprotest in Manhattan wird ungemütlicher

Der Räumungsbeschluss bleibt, das hat das Oberste Gericht in New York für den Zuccotti Park am späten Dienstagabend (15.11.2011) bestätigt. Ihre verfassungsmäßigen Rechte erlaubten es der Occupy-Bewegung nicht, die Grünanlage im südlichen Manhattan dauerhaft besetzt zu halten, urteilte Richter Michael Stallman und stellte sich damit hinter Bürgermeister Michael Bloomberg, der die Zeltstadt der Demonstranten in der Nacht von Montag auf Dienstag hat auflösen lassen. Im herbstlich kühlen New York dürfen die Bankenkritiker ihren Protest gegen die Finanzmärkte zwar fortsetzen, Zelte und Schlafsäcke sind jedoch nicht mehr erlaubt.

Bewegung will sich nicht stoppen lassen

Zwei New Yorker Polizisten beobachten Demonstranten bei ihrer Rückkehr in den Zuccotti Park (Foto: AP)

Die New Yorler Polizei kontrollierte jeden einzelnen Demonstranten

Hunderte Demonstranten kehrten am späten Dienstagabend wieder in den Park zurück. Dabei wurden sie von der Polizei einzeln kontrolliert. Wer eine Campingausrüstung oder große Mengen Verpflegung bei sich hatte, sei abgewiesen worden, berichtet die "New York Times". Ein Ausweichquartier haben die Protestler noch nicht gefunden, doch "dies wird die Bewegung nicht stoppen", sagte Occupy-Anwältin Yetta Kurland.

Bürgermeister Michael Bloomberg hatte den seit fast zwei Monaten besetzten Park räumen lassen; wegen Sicherheitsbedenken, wie er sagte. Ein starkes Polizeiaufgebot vertrieb oder verhaftete die Demonstranten und begann dann damit, die Zeltstadt abzureißen. Anschließend rückten Reinigungstrupps an. Der Zuccotti Park gehört einer privaten Immobilienfirma, ist aber für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Firma hatte sich bei Bürgermeister Bloomberg darüber beschwert, dass die Protestler das Gelände rund um die Uhr besetzt hielten.

Protestcamps auch in anderen Städten geräumt

Wall-Street-Protestler lauschen einem Sprecher, nachdem sie auf das Parkgelände zurückkehren durften (Foto: AP)

Rückkehrer in den Zuccotti Park: Demonstranten dürfen bleiben, aber nicht kampieren

Die Bewegung "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street") hat sich von New York aus in zahlreiche Städte der USA und anderer Länder ausgedehnt. Die genauen Ziele der lose organisierten Bewegung sind auch nach zwei Monaten unklar. Ihr Hauptkritik richtet sich gegen die Macht der Banken und der Finanzmärkte. Die US-Behörden betrachten die Zeltlager der Bewegung zunehmend als Gefahr für die öffentliche Sicherheit und bemängeln die hygienischen Zustände. In den vergangenen Tagen waren bereits Protestcamps in Oakland, Portland und anderen Städten geräumt worden.

In Washington zogen am Abend rund 300 Demonstranten vor das Weiße Haus, um Präsident Barack Obama aufzufordern, sich ihnen anzuschließen. "Wir sind direkt um die Ecke! Komm mit uns mit", riefen die Demonstranten, deren Zeltlager sich nur wenige hundert Meter vom Büro des Präsidenten entfernt befindet. Obama war zu diesem Zeitpunkt jedoch zu einem Gipfeltreffen auf Hawaii.

Autor: Rolf Breuch (dapd, dpa, afp)
Redaktion: Marion Linnenbrink

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