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Aktuell Asien

Waldbrände wüten in Sibirien

Schon wieder toben in Russland schwere Waldbrände. Die zerstörte Fläche ist bereits größer als 2010. Regierungschef Medwedew sagte, es habe Tote gegeben. In elf Regionen müsse man von einer Notstandssituation sprechen.

Bäume brennen bei einem Dorf in der russischen Region Wolgograd (Archivfoto Ria Novosti, Juli 2011)

Waldbrände in Russland

Es ist erst zwei Jahre her, dass Russland von den schwersten Wald- und Torfbränden seiner Geschichte heimgesucht wurde. Nun kämpft das Land erneut gegen Großfeuer. Mehr als 3000 Feuerwehrleute sind in Sibirien mit schwerem Gerät im Einsatz, um diverse Feuerfronten zu löschen. Doch starker Wind machte den Männern einen Strich durch die Rechnung.

"Die Lage ist außerordentlich ernst", unterstrich Medwedew bei einer Videokonferenz mit Gebietsgouverneuren. Nicht nur große Trockenheit und eine Hitzewelle, sondern auch Schlamperei seien für Brände verantwortlich, kritisierte Medwedew. Bereits jetzt sei der Schaden in den Wäldern um 20 Prozent größer als 2011. Er kündigte einen Besuch in einem der betroffenen Gebiete an.

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Schwere Waldbrände in Sibirien

Tomsk liegt unter dichtem Rauch

Der Flughafen der sibirischen Großstadt Tomsk rund 3500 Kilometer östlich von Moskau musste wegen Smog gesperrt werden. Die Nachrichtenagentur Interfax meldete, Löschflugzeuge hätten in der Region mehr als 60 Tonnen Wasser auf die Flammen in schwer zugänglichen Gebieten geschüttet. Für die gesamte Region, wo schon seit Wochen Temperaturen von bis zu 35 Grad erreicht werden, wurde der Notstand ausgerufen.

In der sibirischen Region Krasjonarsk weiter östlich standen mehr als 6000 Hektar Wald in Flammen, wie die örtliche Waldschutzbehörde mitteilte. Mehr als 1400 Feuerwehrleute kämpfen dort gegen die Flammen. In der Region, die ebenfalls unter der Hitzewelle leidet, wurde bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr der Notstand ausgerufen.

Die Behörde für Forstwirtschaft sprach von mehr als 200 Einzelbränden. Über 30.000 Hektar Wald stünden in Flammen, teilte ein Sprecher in Moskau mit.

Haben Behörden nichts gelernt?

Umweltschützer warfen der russischen Führung erneut vor, über kein wirksames Brandschutzkonzept zu verfügen. Der Kreml habe nicht von der Katastrophe vor zwei Jahren gelernt, sagte ein Sprecher der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Moskau.

Im Sommer 2010 hatte Russland die schlimmste Hitzewelle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Die hohen Temperaturen lösten damals zahlreiche Wald- und Torfbrände aus, bei denen rund 60 Menschen starben. Tausende Häuser brannten nieder.

kle/haz (dpa, afp)

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