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Politik & Gesellschaft

Waldbrände toben in Russland

Ein Jahr nach der verheerenden Hitzewelle in Russland wüten dort wieder heftige Waldbrände. Die zerstörte Fläche ist bislang doppelt so groß wie im Vorjahr. Zum Teil herrscht Ausnahmezustand.

Waldbrände in Russland (Foto: dpa)

Die zerstörte Fläche ist größer als im vergangenen Jahr

Wieder klettern die Temperaturen im ganzen Land auf Rekordniveau. In Teilen Südrusslands steigen sie inzwischen auf bis zu 45 Grad Celsius. Und wieder zerstörten Waldbrände riesige Flächen. Nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums wüten derzeit noch landesweit 192 Feuer auf einer Fläche von 21.500 Hektar. Bisher verwüsteten die Brände doppelt so viel Land wie im vergangenen Jahr. Allein in den letzten 24 Stunden seien 28 neue Feuer hinzugekommen, berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax. Die Situation im Land sei zwar schwierig, aber kontrollierbar, sagte Vizeregierungschef Viktor Subkow der Zeitung "Iswestija". Starker Wind und Trockenheit erschwerten die Löscharbeiten.

Brände vor allem im Nordwesten

Im Gegensatz zum Vorjahr breiten sich die Feuer vor allem in entlegenen und schwer zugänglichen Gebieten wie etwa Sibirien rasch aus. Die größte Brandfläche ist im Nordwesten Russlands, betroffen sind vor allem die Regionen Archangelsk, Karelien und Komi. "Dort wüten 80 Prozent aller Brände", sagte Alexander Mironow vom Katastrophenschutzministerium. Besonders schwierig sei die Lage in den südlichen Regionen Rostow und Wolgograd. "Dort sind vier Ortschaften unmittelbar gefährdet", so Mironow.

Waldbrand in Russland (Foto: dpa)

Starker Wind und trockenes Wetter erschweren die Löscharbeiten

Mehr als 4000 Einsatzkräfte sowie Flugzeuge und Hubschrauber wurden für den Löscheinsatz bereitgestellt. Besonders gefährlich ist die Arbeit für die Rettungskräfte im südrussischen Gebiet Rostow. Dort detoniert aufgrund der Flammen immer wieder im Waldboden verborgene Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Doch bislang wurde niemand verletzt. Etwa 500 Rettungskräfte sind dort im Einsatz, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen.

Ausnahmezustand in einigen Städten

Im nordrussischen Gebiet Archangelsk riefen die Behörden den Notstand aus. Allein innerhalb eines Tages habe sich die Brandfläche in dieser Region verdreifacht.

Waldbrände in Russland (Foto: dpa)

In einigen Orten herrscht angesichts der Brände der Ausnahmezustand

Auch in Sotschi, wo 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden sollen, wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Dort gebe es bislang zwar keine Waldbrände, aber die Region sei "gefährdet", hieß es seitens der örtlichen Rettungsbehörde. Seit Mittwoch dürfen sich die Bewohner nur eingeschränkt in den Wäldern aufhalten.

Meteorologen rechnen damit, dass die Temperaturen in Sotschi Ende Juli bis auf 37 Grad ansteigen werden. Sogar in der Arktisregion des Landes wurden Rekordwerte von mehr als 30 Grad gemessen.

Auch die Moskauer leiden unter der Hitzewelle

In Moskau erlitten angesichts der hohen Temperaturen zahlreiche Pendler Schwächeanfälle in der U-Bahn. In der Hauptstadt lagen die Temperaturen zuletzt bei 35 Grad, wie das staatliche Wetteramt mitteilte. Die Hitze führt dort auch zu deutlich höheren Feinstaubbelastungen. Zudem wird befürchtet, dass durch Torfbrände im Umland die Hauptstadt auch dieses Jahr wieder in dickem, giftigem Smog versinken könnte.

Helfer bei Waldbrand (Foto: dpa)

Wieder richten die Wald- und Torfbrände schweren Schaden an und verwüsteten weite Landstriche

Russland war im Sommer des vergangenen Jahres von einer enormen Hitzewelle getroffen worden, die zahlreiche Wald- und Torfbrände auslöste. Die bis dahin schwersten Brände in Russland hatten sich auf einer Fläche von 46.000 Hektar durch Wälder und über trockene Torfe gefressen. Die Feuer verwüsteten eine Fläche, die größer war als das Bundesland Bremen. Der Raum Moskau war über Tage hinweg giftigen Rauchschwaden ausgesetzt. Rund 60 Menschen kamen durch die Brände ums Leben. Der Sachschaden wurde laut russischen Medien auf 25 Milliarden Euro geschätzt. Insgesamt gelten rund 60.000 Hektar Land um die russische Hauptstadt als akut feuergefährdet.

Autoren: Naima el Moussaoui/Olga Kapustina (mit afp, dpa, Interfax)

Redaktion: Susanne Eickenfonder