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Nahost

Waldbrände in Israel gelöscht

Dank neuer Regenfälle ist der Großbrand in Israel gelöscht. 41 Menschen starben in den Flammen. Weite Gebiete der Natur im Karmel-Gebirge sind zerstört. Es war ein Desaster für Israels Feuerwehr.

Russisches Löschflugzeug im Einsatz (Foto: ap)

Russisches Löschflugzeug im Einsatz

Der Waldbrand in Israels Karmel-Gebirge ist in einem internationalen Großeinsatz und dank nächtlicher Regenfälle unter Kontrolle gebracht worden. "Alle Feuerherde wurden offiziell bis Mitternacht gelöscht", sagte Mickey Rosenfeld, der Sprecher der Polizei am Montagmorgen (06.12.2010).

Gerippe eines abgebrannten Reisebusses (Foto: ap)

Dieser Bus brannte aus, mehrere Menschen starben darin

Nach Militärangaben waren gegen die Wald- und Buschfeuer dutzende ausländische Löschflugzeuge und Helikopter im Einsatz. Auch eine Boeing 747 der US-Firma Evergreen wurde genutzt. Sie gilt als größtes Löschflugzeug der Welt und kann bis zu achtzig Tonnen Löschmittel aufnehmen.

Kein weiterer Bedarf an Löschflugzeugen

Die israelische Regierung zog am Sonntag ihren Aufruf an die internationale Gemeinschaft zur Entsendung weiterer Maschinen zurück. Angesichts der Erfolge der eingesetzten Flotte bestehe kein weiterer Bedarf, sagte der Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Mark Regev. Israel schätze die Hilfsbereitschaft der kontaktierten Länder jedoch sehr.

Am Boden kämpften rund 450 israelische Feuerwehrleute, unterstützt von knapp hundert bulgarischen und einigen jordanischen Kollegen, gegen die Brände. Auch 20 palästinensische Feuerwehrleute mit vier Löschfahrzeugen waren im Einsatz. Netanjahu dankte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ausdrücklich für die Hilfe.

Der bislang schlimmste Waldbrand in der Geschichte Israels war am Donnerstagmittag ausgebrochen. 41 Menschen kamen dabei ums Leben. Unter den Toten sind vor allem Gefängnisaufseher. Sie wollten die Insassen einer Haftanstalt vor den Flammen in Sicherheit bringen. Ein 16-Jähriger, der die freiwillige Feuerwehr unterstützte, kam bei der Rettungsaktion ebenfalls ums Leben. 17.000 Menschen mussten vor dem Flammenmeer flüchten. Tausende Hektar Wald wurden vernichtet. Das ist fast die Hälfte des Karmel-Waldes, der in Israel ein beliebtes Ausflugsziel und Naturschutzgebiet ist. Nur sieben Prozent von Israel sind bewaldet. Der Karmel-Wald machte von dieser Fläche mehr als zwei Drittel aus.

Zwei Verdächtige

Foto von Satellit aus dem All aufgenommen, Rauchsäule erkennbar (Foto: ap)

Der Qualm von den Bränden war auch auf Satellitenbildern erkennbar

Die israelische Polizei nahm am Samstag zwei Jugendliche unter dem Verdacht fest, die Waldbrände "fahrlässig ausgelöst" zu haben. Die beiden Brüder aus dem von arabischen Israelis bewohnten Dorf Isfija sollen nach einem Picknick auf einer Waldlichtung ein von ihnen entfachtes Lagerfeuer nicht vollständig gelöscht haben.

Die Flammen konnten sich auch deshalb so schnell ausbreiten, weil Israels Feuerwehr nicht für einen Großbrand gerüstet war und deshalb nicht mit eigenen Kräften dagegen vorgehen konnte. Die israelische Feuerwehr beschwerte sich seit Jahren über zu wenig Personal und veraltete Ausrüstung. Die Militärmacht Israel besitzt kein einziges Löschflugzeug, die Vorräte an Brandhemmern gingen bereits am ersten Tag aus.

Autor: Nicole Scherschun/ Martin Schrader (afp, dapd, dpa)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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