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Kultur

"Wald der Erinnerung" für Judenretter

10.000 Bäume sollen in Warschau zukünftig an polnische Judenretter erinnern. Eine Architektin und ein Künstler aus Wien gewannen mit diesem Entwurf den Architekturwettbewerb für ein Mahnmal im ehemaligen Ghetto.

Die Österreicher Gabu Heindl und Eduard Freudmann überzeugten die Jury mit ihrem Entwurf "Wald der Erinnerung". Bis zum Herbst sollen in der Innenstadt von Warschau rund 10.000 Espenbäume gepflanzt werden, die die unbekannte Zahl vor Nationalsozialisten geretteter Juden symbolisieren, teilte am Freitag eine Sprecherin der Stiftung "Erinnerung und Zukunft" in Warschau mit.
Das Projekt stehe für "Sorge, Zuwendung, Zerbrechlichkeit und Risiko – so wie das Verstecken von Juden durch die Gerechten", begründeten die Juroren ihre Entscheidung. Mit dem Ehrentitel "Gerechte unter den Völkern" zeichnet der Staat Israel Menschen aus, die während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg unter Einsatz des eigenen Lebens jüdische Mitbürger retteten. Darunter stellen rund 6.000 Polen die größte Gruppe.

Fünf Denkmalsentwürfe waren in die Endrunde des international ausgeschriebenen Wettbewerbs gelangt, darunter eine überdimensionale Tür als Symbol des Verstecks sowie eine Skulptur, die den Fundamenten eines Hauses ähnelt.

Denkmal von Holocaust-Überlebendem initiiert

"Mir gefallen sie eigentlich alle", sagte Zygmunt Rolat nach der ersten Begutachtung: Der Holocaust-Überlebende und später erfolgreiche Geschäftsmann in den USA hatte das Denkmal initiiert. Am Ende gewannen Gabu Heindl und Eduard Freudmann, die mit ihrem "Wald der Erinnerung" an die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem anknüpfen. Der Bau des Denkmals im Herzen des einstigen jüdischen Zentrums von Warschau im Stadtteil Muranow soll voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein.

Die deutschen Besatzer ahndeten das Verstecken von Juden mit der Todesstrafe. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Polen 3,5 Millionen Juden - ein Zehntel der Gesamtbevölkerung. Rund drei Millionen von ihnen wurden von den Nationalsozialisten ermordet.

suc/so (dpa, apa)

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