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Afrika

Wahllokale verlängern Öffnungszeiten

Die Parlamentswahl in Südafrika zieht sich offenbar in die Länge. Wegen des hohen Andrangs mussten örtlich sogar Stimmzettel nachgedruckt werden. Die Wahllokale haben länger geöffnet als geplant.

Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu bei der Stimmabgabe (Foto: AP)

Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu bei der Stimmabgabe

Ursprünglich sollten die Wahllokale um Punkt 21.00 Uhr (Ortszeit) schließen. Sie würden nun jedoch so lange geöffnet bleiben, bis der letzte Wähler seine Stimme abgegeben habe, teilte eine Sprecherin der Wahlkommission am Mittwochabend (22.04.2009) mit. Aufgrund der zum Teil immer noch kilometerlangen Warteschlangen werde dies möglicherweise erst weit nach Mitternacht der Fall sein. Außerdem wurden angesichts des hohen Wählerandrangs kurzfristig zwei Millionen Stimmzettel nachgedruckt.

Vor den Wahllokalen in Südafrika hatten sich schon den ganzen Tag über riesige Schlangen Schlangen gebildet. Kälte und schlechtes Wetter hielten nach Medienberichten die Wähler nicht davon ab, schon früh zu den Wahllokalen zu gehen. Die meisten Spitzenpolitiker des Landes gaben ihre Stimme bereits in aller Frühe, kurz nach Öffnung der Wahllokale ab.

Favorit ANC

Jacob Zuma (Foto: AP)

Ob Jacob Zuma neuer Präsident Südafrikas werden kann, entscheidet sich bei der Parlamentswahl

Insgesamt sind 23 Millionen Südafrikaner zur Wahl aufgerufen. Die Regierungspartei ANC gilt dabei als Favorit. Mit Spannung erwartet wird, ob die Partei von Nationalheld Nelson Mandela wieder die Zweidrittelmehrheit erreichen wird. Offizielle Wahlergebnisse dürften erst zwei Tage nach Schließung der Wahllokale vorliegen.

Bei der letzten Parlamentswahl im April 2004 kam der ANC auf 69,98 Prozent der Stimmen. Die ehemalige Befreiungsbewegung regiert das Land seit dem Ende der Apartheid 1994. Gewinnt der ANC, dann könnte ihr Vorsitzender Jacob Zuma der nächste Präsident Südafrikas werden, da das neue Parlament im Mai den neuen Präsidenten wählt.

Erzbischof Tutu kritisiert Zuma

Warteschlange (Foto: dpa)

Viele Wähler mussten warten, bis sie wählen konnten

Kritiker werfen dem ANC Machtmissbrauch und Korruption vor. So hat sich auch der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu vom ANC abgewandt. Der Erzbischof kritisierte insbesondere den ANC-Vorsitzenden Zuma. Dieser war der Korruption beschuldigt worden, dann aber wurde Anklage gegen ihn fallenlassen. Das habe "mehr Fragen aufgeworfen, als es Antworten gab", sagte Tutu der "Frankfurter Rundschau".

Mit Spannung erwartet wird deshalb das Abschneiden der Oppositionspartei Volkskongress (COPE). Diese hatte sich im vergangenen Herbst vom ANC abgespalten und kann letzten Umfragen zufolge mit 11 Prozent der Stimmen rechnen. Die Demokratische Allianz (DA) der deutschstämmigen Politikerin Helen Zille könnte demnach auf 13 Prozent kommen. Dem ANC sagten die Wahlforscher 67 Prozent voraus.

Südafrika ist ein rohstoffreiches Land und der am stärksten industrialisierte Staat Afrikas. Trotzdem leben viele Menschen in bitterer Armut, außerdem grassiert eine Aids-Epedemie. 5,7 Millionen Afrikaner gelten als HIV-infiziert. (det/wa/gri/ap/dpa/epd)

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