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Politik

Wahlkrimi in Islamabad

Bei der Parlamentswahl in Pakistan liefern sich das überraschend starke islamische Parteienbündnis MMA und die dem Militärmachthaber Pervez Musharraf nahe stehende Moslemliga PML-Q ein Kopf-Kopf-Rennen.

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Zwar konnten die Pakistanis wählen, doch bleibt Musharraf stark

Bis Freitagmittag (11.10.) waren 102 der 272 direkt gewählten Parlamentssitze ausgezählt. Davon besetzte die MMA 31 und die PML-Q 29 Sitze. Die Volkspartei PPP der Ex-Regierungschefin Benazir Bhutto folgte mit 16 Sitzen, wie das das staatliche Fernsehen PTV berichtete. Die sechs islamischen MMA-Parteien lehnen die Unterstützung Musharrafs für die USA ab. Sie schnitten besonders gut in den an Afghanistan angrenzenden Provinzen ab. Dort leben viele streng gläubige Moslems und Paschtunen, die auch die größte Volksgruppe Afghanistans bilden. In einem nordwestlichen Regionalparlament nahe der afghanischen Grenze holte ein Bündnis sechs islamischer Parteien mit 50 Mandaten sogar die Mehrheit der 99 Sitze, wie die Behörden am Freitag mitteilten.

Schlüsselrolle der Religiösen


Musharraf hatte sich nach den Terroranschlägen am 11. September vergangenen Jahres auf die Seite des Westens gestellt und die US- Angriffe gegen die Taliban und das Terrornetzwerk El Kaida in Afghanistan unterstützt. Im nationalen Parlament könnten die religiösen Parteien nun künftig ein wichtiger Partner für die Regierungsbildung werden. Der Vorsitzende der religiösen Partei Jamaat-e-Islami, Qasi Hussain Ahmed, forderte am Freitag alle Gläubigen auf, in den Moscheen für das gute Wahlergebnis zu danken.
Zum ersten Mal seit dem Putsch von Präsident Pervez Musharraf im Oktober 1999 hatte die Bevölkerung am Donnerstag ein neues Parlament gewählt. Wie nach den Umfragen erwartet, lagen Musharrafs Muslimische Liga und die führende Oppositionspartei der ehemaligen Ministerpräsidentin Benazir Bhutto nach ersten Auszählungen etwa gleichauf. Der neue Ministerpräsident soll am 1. November vereidigt werden, die Politik im Land wird er jedoch kaum ändern können. Musharraf sicherte vor der Wahl seine Macht: Er kann das Parlament auflösen und den Regierungschef entlassen. Gewählt wurden die Mitglieder beider Kammern der Nationalversammlung, vier regionaler Parlamente und der nächste Ministerpräsident. Wahlberechtigt waren rund 72 Millionen Pakistaner. (dpa/dk)

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