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Aktuell Asien

Wahlkampf in Pakistan nach Unfall unterbrochen

Wegen der schweren Verletzung des Spitzenpolitikers Imran Khan haben die politischen Parteien in Pakistan ihren Wahlkampf unterbrochen. Khan hatte sich bei einem Auftritt schwer verletzt und wird stationär behandelt.

Die Parlamentswahl in Pakistan am Wochenende wird Imran Khan vermutlich vom Bett aus verfolgen. Der frühere Cricketstar müsse mindestens eine Woche stationär behandelt werden, sagte ein Arzt der Shaukat-Khanum-Klinik in der östlichen Stadt Lahore. Khan ist zwar nicht lebensgefährlich verletzt, hat aber Verletzungen an Kopf, Rücken und einer Schulter. Er brauche Bettruhe, hieß es.

Sturz von einem Aufzug

Der Spitzenkandidat der Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI) war am Dienstag in Lahore von einem Aufzug gestürzt, der ihn auf eine Bühne bringen sollte. Anschließend wurde der 60-jährige mit einer blutenden Wunde am Kopf fortgebracht.

Am kommenden Samstag stehen in Pakistan Parlamentswahlen an. Sie sind ein Einschnitt für das südasiatische Land, denn nach Jahrzehnten wechselnder Militärherrschaft wird erstmals nach einer vollen Legislaturperiode auf demokratischem Weg die Macht von einer Zivilregierung an die nächste übergeben.

Neben dem früheren Ministerpräsidenten Nawaz Sharif von der konservativen Partei Pakistan Muslim League (PML-N) ist Khan der einzige Spitzenpolitiker, der im Wahlkampf trotz Drohungen der radikalislamischen Taliban an öffentlichen Kundgebungen teilnahm.

Die PML-N erklärte, aus Rücksicht auf seinen verletzten Rivalen verzichte Sharif auf alle Veranstaltungen an diesem Mittwoch. Auch die vor allem in Karachi aktive Muttahida Qaumi Bewegung (MQM) wollte eine Pause einlegen.

Hoffnungsträger der Mittelklasse

Zwar gilt die PML-N als Favorit bei der Wahl, doch hofft Khan auf einen Durchbruch für seine Partei. Die PTI findet vor allem in der städtischen Mittelklasse Anhänger. Khan fordert unter anderem einen sozialen Umbruch in seiner Heimat.

Sein Sturz war der jüngste Zwischenfall in einem von blutiger Gewalt überschatteten Wahlkampf. Die Taliban hatten die Abstimmung als un-islamisch gebrandmarkt und wiederholt Anschläge auf Kundgebungen und Parteibüros verübt.

Insgesamt 17 Menschen wurden getötet. Allein bei einem Selbstmordangriff im Nordwesten des Landes starben am Dienstag nach Behördenangaben zwölf Menschen. Auch ein Kandidat der islamistischen Partei Jamiat Ulema-e-Islam (JUI-F) wurde dabei verletzt. Am Mittwoch wurden bei einem Selbstmordanschlag im Distrikt Bannu in der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa, einer Taliban-Hochburg, mindestens zwei Menschen getötet und mehr als 20 verletzt. Sieben Häuser und Teile einer Polizeistation stürzten durch die Explosion ein.

uh/SC/kle (afp, ap)

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