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Deutschland

Wahlkampf im Turbogang

Die deutsche Politik steht vor ihrer kürzesten Wahlkampfperiode. Wer gewinnt und wer verliert, scheint dabei irgendwie längst festzustehen. Doch Experten sagen: Der Wahlkampf wird so spannend wie selten zuvor.

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Schröder und seine Herausforderin Merkel

Zum goldenen Hirschen

Hektik in Bernd Heusingers Werbeagentur "Zum goldenen Hirschen"

Vier Stunden Schlaf, mehr war nicht drin in der Nacht. Und in den Nächten davor auch nicht. Seit Bundeskanzler Schröder am Abend der Wahl in Nordrhein-Westfalen überraschend Neuwahlen ausrief, herrscht in Bernd Heusingers Werbeagentur "Zum Goldenen Hirschen" Ausnahmezustand: Wofür er beim letzten Mal über ein Jahr Zeit hatte - nämlich die Wahlkampagne der Grünen zu organisieren -, muss nun innerhalb weniger Wochen fertig sein. Zwar wird ein bisschen abgespeckt in diesem Jahr: Sechs statt zwölf Themenbroschüren und auch ein paar Windräder und Armbänder weniger, erklärt Heusinger. "Aber im Vergleich zu 2002 wird der Wahlkampf mindestens genauso stressig."

Inhalte statt Werbung

Ebenso stressig vielleicht, aber ansonsten ziemlich anders, prognostiziert der Dresdener Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Donsbach. "Gerade wegen der kürzeren Vorbereitungszeit wird die Wahlwerbung dieses Mal einen sehr viel geringeren Einfluss haben als sonst", meint der profilierte Wahlforscher. "In diesem Wahlkampf wird es um Inhalte gehen, und deswegen wird er spannender ausfallen als die Wahlkämpfe davor."

Arbeit und eine gerechte Reform der Sozialsysteme, darauf werde sich - wenig überraschend - die Auseinandersetzung zuspitzen. Doch obwohl die CDU ("Sozial ist, was Arbeit schafft") nichts unversucht werden lasse, um die SPD als Arbeitsplatzvernichter darzustellen, hieße das nicht automatisch, dass sie auch selbst auf diesem Feld punkten könne. "Langsam muss die CDU mal rauslassen, was sie eigentlich konkret will", so Donsbachs Einschätzung. Das neue Wahlprogramm bringe da zwar etwas mehr Klarheit; ausreichend sei das jedoch noch nicht.

Alptraumjob zu vergeben

Der ehemailge Kultursenator Peter Radunski

Er war immer für eine Überraschung gut: der altgediente CDU-Wahlkampfmanager Peter Radunski

Der altgediente CDU-Wahlkampfmanager und ehemalige Berliner Wissenschaftssenator Peter Radunski sieht das selbstverständlich anders. "Bei der Wirtschaftskompetenz liegt die CDU bei den Wählern klar vorne, und das wird sich auch nicht ändern in den nächsten Wochen." Und mit gesenkter Stimme sagt er weiter: "Also ganz im Vertrauen - Wahlkampfmanager für die SPD wollte ich dieses Mal beim besten Willen nicht sein."

Lesen Sie im zweiten Teil, wer der CDU doch noch gefährlich werden könnte!