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Aktuell Welt

Wahlkampf im Irak von neuem Blutbad überschattet

Die meist jungen Leute in Bagdad wollten ins Wochenende hineinfeiern, als in ihrem Café eine Bombe hochging: Mindestens 27 Menschen kamen ums Leben. Ein weiterer schwerer Gewaltakt vor den Wahlen.

Die jungen Männer trafen sich in dem beliebten Lokal zum Billard oder zu Videospielen, als sich mitten unter ihnen offenbar ein Selbstmordattentäter in die Luft sprengte. Vor den Regionalwahlen im Irak wird auch die Hauptstadt Bagdad von einem weiteren verheerenden Gewaltakt erschüttert. Nach Angaben von Sicherheitskräften und Ärzten wurden bei dem Anschlag mindestens 27 Menschen mit in den Tod gerissen, etwa 50 Personen sind verletzt. In Trümmern wird noch nach Opfern gesucht.

Die Bombe explodierte in den Abendstunden in einem Café, das im zweiten Stock eines kleinen Einkaufszentrums im Westen der Stadt liegt, in dem sunnitisch geprägten Viertel Amrija. Im Irak beginnen am Samstag Regionalwahlen. Mit einer Anschlagsserie in mehreren Städten hatte die Gewalt in dem Land in den vergangenen Wochen wieder deutlich zugenommen.

Extremisten machen mobil

Zehn Jahre nach der Invasion der USA und dem Sturz des langjährigen Machthabers Saddam Hussein gewinnen die Islamisten immer mehr an Stärke. Extremistische sunnitische Organisationen haben zum Terror gegen die Schiiten aufgerufen. Viele sunnitischen Moslems fühlen sich durch die Regierung unter dem Schiiten Nuri al-Maliki benachteiligt und nahmen an Demonstrationen teil. Die Rivalitäten unter den Volksgruppen sind nach dem Abzug der US-Truppen Ende 2011 wieder voll aufgeflammt.

Ab Samstag werden in zwölf der insgesamt 18 irakischen Provinzen neue Volksvertretungen gewählt. Die Abstimmung gilt vor den Parlamentswahlen 2014 auch als Test für den umstrittenen Maliki und die Stabilität im Land.

SC/haz (rtre, APE, afp)