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Aktuell Afrika

Wahlen in Burkina Faso nach dem Volksaufstand

Vor einem Jahr wurde der langjährige Staatschef entmachtet. Nun finden im westafrikanischen Staat Burkina Faso Wahlen statt. Es gilt, einen neuen Präsidenten zu finden und die Zusammensetzung des Parlaments zu bestimmen.

Um 06.00 Uhr Ortszeit öffneten die ersten Wahllokale, wie Reporter aus der Hauptstadt Ouagadougou berichteten. Etwa 5,5 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimmen für einen neuen Präsidenten sowie ein neues Parlament abzugeben.

Ursprünglich sollte bereits am 11. Oktober gewählt werden, die Abstimmung wurde aber wegen eines versuchten Staatsstreichs im September verschoben. Daher findet die Abstimmung unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen statt. Mehr als 20.000 Sicherheitskräfte sind mobilisiert worden.

Exil in Marokko

Der langjährige Staatschef Blaise Compaoré war Ende Oktober 2014 nach 27 Jahren an der Macht durch einen Volksaufstand gestürzt worden, nachdem er angekündigt hatte, für eine weitere Amtszeit antreten zu wollen. Der 64-Jährige lebt seitdem im Exil in Marokko. Mitglieder von Compaorés Partei dürfen bei der Wahl nicht antreten. Gut 5.000 Wahlbeobachter sollen einen geregelten Ablauf garantieren.

Sieben der 14 Präsidentschaftskandidaten gelten allerdings als Vertreter oder Nutznießer der früheren Regierung. Darunter sind - immerhin - zwei Frauen und auch der zu den Favoriten zählende ehemalige Ministerpräsident Roch Marc Christian Kaboré. Welches Ergebnis auch immer am Ende steht: Die Wahlen sollen die einjährige Übergangsphase beenden und der Demokratie in Burkina Faso nach der Ära Compaoré zum Durchbruch verhelfen. Mit ersten Ergebnissen wird am Montagabend gerechnet.

Burkina Faso: Protest nach Ausschreitungen

Der Aufstand vor einem Jahr

Im Sog der Armut

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Laut der Weltbank sind jedoch Fortschritte zu verzeichnen. So ging die Kindersterblichkeit von 2003 bis 2010 um knapp 20 Prozent zurück. Dennoch erleben 65 von 1.000 Kindern ihren fünften Geburtstag nicht. Die EU-Wahlbeobachtermission gab sich zuversichtlich, dass es nun auch demokratische Fortschritte geben wird: "Am Sonntag werden endlich die Wahlen stattfinden, die die Burkiner so unmissverständlich wollten", erklärte Missions-Chefin Cécile Kashetu Kyenge in der Hauptstadt Ouagadougou. Seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich 1960 hat das westafrikanische Land sieben Militärputsche erlebt.

ml/se (dpa,afp)