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Aktuell Nahost

Wahlbehörde in Ägypten schließt zehn Kandidaten aus

Viele bekannte Kandidaten dürfen nicht zur Präsidentschaftswahl in Ägypten antreten, darunter Ex-Geheimdienstchef Suleiman. Ausgeschlossen sind noch der Muslimbruder al-Schater und der salafistische Prediger Abu Ismail.

Omar Suleiman (Foto: EPA/KHALED ELFIQI)

Omar Suleiman

Die Wahlkommission in Ägypten hat zehn Kandidaten nicht zur Präsidentenwahl zugelassen. Nicht antreten dürfen demnach unter anderem der Muslimbruder Chairat al-Schater, der frühere Geheimdienstchef Omar Suleiman sowie der salafistische Prediger Hasem Abu Ismail. Alle erfüllten nicht die notwendigen Bedingungen, um bei der Wahl in gut sechs Wochen teilzunehmen.

Gegen die Entscheidung der Wahlkommission kann innerhalb von 48 Stunden Einspruch eingelegt werden. Zur Begründung teilte die Kommission mit, Suleiman habe nicht die nötige Unterstützung von Wählern gehabt. Chairat al-Schater von der Muslimbruderschaft wurde von der Wahl ausgeschlossen, weil er erst im März 2011 aus dem Gefängnis entlassen wurde. Laut Gesetz dürfen entlassene Häftlinge in Ägypten sechs Jahre nicht für eine Wahl kandidieren.

Muslimbrüder mit Alternativkandidaten

Der Salafist Abu Ismail wiederum wurde ausgeschlossen, weil seine Mutter die US-Staatsbürgerschaft haben soll. Kandidaten müssen laut Gesetz die ägyptische Staatsbürgerschaft haben sowie ägyptische Eltern.

Die Muslimbruderschaft war bei der Parlamentswahl stärkste Kraft geworden. Sie hatte mit dem Ausschluss ihres stellvertretenden Vorsitzenden gerechnet und vorsorglich den Vorsitzenden ihrer Partei für Gerechtigkeit und Freiheit, Mohammed Morsi, als zweiten Kandidaten nominiert.

Umfrage sah Suleiman vorn

Laut einer aktuellen Umfrage hätte allerdings Ex-Geheimdienstchef Suleiman bei der Präsidentenwahl die meisten Stimmen erhalten. Der Vertraute des gestürzten Präsidenten Husni Mubarak wäre auf 20,1 Prozent der Stimmen gekommen, heißt es in einer repräsentativen Umfrage für die unabhängige Kairoer Tageszeitung "Al-Masry Al-Youm".

Platz zwei ginge an den Ex-Muslimbruder und Islamisten Abdul Moneim Abul Futuh, Platz drei an den Salafisten Hasem Abu Ismail, Platz vier an den früheren Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa. Der Kandidat der Muslimbrüder, Chairat al-Schater wäre mit nur 3,2 Prozent der Stimmen auf Platz sechs gelandet.

det/fw (afp, dapd, dpa)