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Asien

Wahl ohne Auswahl in Nordkorea

Die Nordkoreaner wählen ein neues (Schein-)Parlament. Die Abstimmung an diesem Sonntag (08.03.2009) ist zwar eine reine Formsache, dennoch könnte die Wahl Vorbote für einen Machtwechsel in dem abgeschotteten Land sein.

Nordkoreaner verbeugen sich vor Staatsgründer-Statue (Foto: AP)

Nordkoreaner huldigen Staatsgründer Kim Il Sung

Mit mehrmonatiger Verspätung sind die Bürger Nordkoreas zur Wahl einer neuen Obersten Volksversammlung aufgerufen. Allerdings steht in dem stalinistischen Staat in jedem Bezirk nur ein einziger Kandidat zur Wahl - und dieser wurde jeweils von der Kommunistischen Partei nominiert. Bei vergangenen Wahlen war stets eine einhellige Zustimmung bei einer Beteiligung von fast 100 Prozent gemeldet worden.

Von Kim Jong Il zu Kim Jong Un?

Kim Jong Il (Foto: AP)

Auf Nachfolgersuche? Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il

Diesmal könnte der Wahlgang aber Machtverschiebungen mit sich bringen. Politische Beobachter erwarten eine Umbildung der Regierung und Hinweise darauf, wer Nachfolger des 67 Jahre alten Staatschefs Kim Jong Il werden könnte. Sollte sein jüngster Sohn Kim Jong Un in die Volksversammlung gewählt werden, wäre das ein deutliches Anzeichen dafür, dass er als "kommender Mann" aufgebaut wird. Schon bald könnte der 25-Jährige in hohe Ämter aufrücken. Ergebnisse der Wahl dürften am Montag vorliegen.

Wahl seit Monaten überfällig

Oberste Volksversammlung in Pjöngjang (Foto: dpa)

Machtloses Parlament: die Oberste Volksversammlung

Die Wahl zur 12. Obersten Volksversammlung wäre eigentlich schon im August vergangenen Jahres fällig gewesen, wurde seinerzeit aber ohne Begründung verschoben. Damals soll Machthaber Kim Jong Il einen Schlaganfall erlitten haben. Seither hat er sich offenbar wieder erholt: Jedenfalls hat sich der Staatschef als Kandidat im Wahlkreis 333 aufstellen lassen.

Die Volksversammlung in Pjöngjang wird für gewöhnlich alle fünf Jahre gewählt. Sie tritt ein- bis zweimal im Jahr zusammen, um Entscheidungen der Regierung abzusegnen. Zuletzt waren die knapp 700 nordkoreanischen Parlamentarier 2003 gewählt worden. (wa)

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