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Aktuell Welt

Wahl in Pakistan bringt Machtwechsel

Der frühere Ministerpräsident Nawaz Sharif hat sich zum Sieger der Parlamentswahlen in Pakistan erklärt. Die regierende Volkspartei erlitt eine schwere Niederlage.

Nach dem derzeitigen Stand der Auszählung der Stimmen hat Sharifs Muslimliga PML-N mindestens 119 der 272 Sitze in der Nationalversammlung, die zur Wahl standen, gewonnen. Unklar ist noch, ob die PML-N alleine regieren kann oder eine Koalition bilden muss. Vor jubelnden Anhängern rief Sharif alle Parteien dazu auf, bei der Lösung der Probleme Pakistans mitzuarbeiten.

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Pakistan: Sharif erklärt sich zum Sieger

Ein hochrangiger Vertreter der Partei des früheren Kricket-Stars Imran Khan räumte ein, das die Muslimliga stärkste Kraft geworden sei. Khan werde später zum Wahlausgang Stellung nehmen. Der Spitzenkandidat der Partei PTI (Tehreek-e-Insaf) liegt noch im Krankenhaus, er war bei einer Wahlkampfveranstaltung von einer Hebebühne gestürzt. Die PTI dürfte bei der Wahl landesweit zweitstärkste  Kraft geworden sein. Die bisher regierende Volkspartei von Präsident Asif Ali Zardari, dessen Amt nicht zur Wahl stand, erlitt eine schwere Niederlage und fiel auf Platz drei zurück. Der scheidende Regierungschef Raja Pervez Ashraf verlor sein Direktmandat in Rawalpindi an einen relativ unbekannten Politiker.

Es ist das erste Mal seit der Unabhängigkeit Pakistans im Jahre 1947, dass eine zivile Regierung die Macht an demokratisch gewählte Nachfolger übergibt. Etwa die Hälfte der Zeit war das Land von Militärs beherrscht. Sharif stand bereits von 1990 bis 1993 an der Spitze der pakistanischen Regierung und war von 1997 bis 1999 noch einmal Ministerpräsident. 1999 wurde er vom Militär gestürzt, inhaftiert und ins Exil gezwungen.

Überschattet war der Wahltag von Anschlägen und Angriffen von Extremisten. Mehr als 20 Menschen wurden getötet. Die radikal-islamischen pakistanischen Taliban hatten bereits während des Wahlkampfs zahlreiche Anschläge mit weit über hundert Toten verübt. Die Islamisten lehnen Wahlen als "unislamisch" ab. Trotz der prekären Sicherheitslage gingen fast 60 Prozent der 86 Millionen Wahlberechtigten zur Abstimmung - es ist die höchste Wahlbeteiligung seit 1977. Vielerorts blieben die Wahllokale wegen des großen Andrangs länger geöffnet. In mehr als 30 Stimmlokalen in der Metropole Karachi ordnete die Wahlkommission neue Abstimmungen wegen Unregelmäßigkeiten an. Was dies für die Gültigkeit der landesweiten Abstimmung bedeutet, ist noch unklar. Neben der Nationalversammlung waren auch die Regionalparlamente aller vier pakistanischen Provinzen Punjab, Sindh, Khyper-Pakhtunkhwa und Baluchistan gewählt worden.

Die künftige Regierung der Atommacht Pakistan steht vor großen Herausforderungen. Das südasiatische Land leidet unter Terrorismus und Gewalt. Die pakistanische Wirtschaft schwächelt seit Jahren, rund ein Fünftel der Bevölkerung lebt in extremer Armut, Korruption ist alltäglich.

wl/haz (dpa, afp, rtr)

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