Wahl der Miss America künftig ohne Bikini-Wettbewerb | Lebensart | DW | 05.06.2018
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Feminismus

Wahl der Miss America künftig ohne Bikini-Wettbewerb

Die Wahl der Miss America wird ab sofort ohne den Badeanzug-Wettbewerb stattfinden. Teilnehmerinnen sollen in Zukunft nicht nach ihrem Äußeren, sondern nach ihren Taten beurteilt werden.

Die Ankündigung erfolgte nach einer Umstrukturierung der Chefetage bei Miss America, die dazu führte, dass die ersten drei Führungspositionen von Frauen besetzt wurden. Im vergangenen Dezember war ein E-Mail-Skandal bekanntgeworden, in dem unter anderem der bisherige Miss-America-Chef Sam Haskell die Intelligenz, das Aussehen und das Sexualleben der Gewinner verunglimpfte.

"Wir werden Sie nicht nach Ihrem Aussehen beurteilen, weil wir daran interessiert sind, was Sie als Person ausmacht", sagte Gretchen Carlson, eine ehemalige Miss America, die nach dem Skandal die Leitung des Kuratoriums der Organisation übernahm, als sie die Ankündigung in der Show "Good Morning America" des US-Senders ABC machte.

#byebyebikini

Carlson, deren Klage wegen sexueller Belästigung gegen Fox-News-Chef Roger Ailes zu seinem Abschied führte, sagte, der Vorstand habe von potentiellen Kandidatinnen gehört, die nicht in High Heels und Badeanzügen herumlaufen wollten.  "Weißt du was?", sagte sie. "Du musst es nicht mehr."

Auf Twitter kündigte die Organisation die Änderungen unter dem Hashtag #byebyebikini an: 

Anstelle des Badeanzugwettbewerbs sollen die Teilnehmerinnen an einer Sitzung mit der Jury teilnehmen, "wo sie ihre Leistungen und Ziele im Leben hervorheben werden. Darin sollen sie zudem erklären, wie sie ihre Talente, ihre Leidenschaft und ihren Ehrgeiz einsetzen werden, um die Aufgabe der Miss America zu erfüllen", sagte die Organisation in einer Erklärung.

Auch Kleider nicht mehr Pflicht

Carlson sagte, auch der Abendkleidungsteil der Konkurrenz werde geändert. Man wolle Frauen erlauben, etwas anderes als ein Kleid zu tragen, wenn sie es wünschten. "Es ist das, was aus ihrem Mund kommt, auf das wir achten", sagte sie.

Gretchen Carlson (Getty Images/D. Dipasupil)

Verzichtet auf Bikinis: Miss-America-Chefin Gretchen Carlson

Carlson sagte, sie sei nicht besorgt, dass die Quoten für die landesweit ausgestrahlte Sendung darunter leiden könnten. Der Badeanzugswettbewerb sei nicht der am höchsten bewertete Teil, die Zuschauer schienen ohnehin mehr an dem Talentwettbewerb interessiert zu sein.

Die Änderungen beginnen mit der diesjährigen Ausstrahlung auf dem US-Sender ABC am 9. September. Da viele der lokalen Konkurrenzwettbewerbe allerdings bereits begonnen haben, tritt die Streichung des Badeanzugteils in diesen ersten Wettbewerbsrunden erst im kommenden Jahr in Kraft.

Der Schönheitswettbewerb ist fast 100 Jahre alt. In den letzten Jahrzehnten haben sich Frauengruppen beklagt, dass es veraltet und sexistisch sei, die Teilnehmer in Badeanzügen und High Heels über die Bühne zu ziehen.

ka/rbr/sam (afp)

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