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Politik

Wahl auf der grünen Insel

Der amtierende irische Ministerpräsident Bertie Ahern hat mit seiner konservativen Partei Fianna Fail die Parlamentswahlen in Irland klar gewonnen.

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Die meisten Stimmen entfielen auf die Regierungspartei Fianna Fail

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erreichte die Fianna Fail 80 von 166 Sitzen im Dail, dem irischen Parlament - drei mehr als vor fünf Jahren. Sie verfehlte damit knapp die absolute Mehrheit. Beobachter rechnen mit einer Wiederauflage der Koalition mit den Progressiven Demokraten. Die wirtschaftsliberale Partei legte von vier auf acht Sitze zu.

Ein großer Verlierer, mehrere Gewinner

Großer Verlierer der Wahl ist die konservativ-liberale Fine Gael, die von 54 auf 31 Mandate abrutschte. Parteichef Michael Noonan erklärte als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden seinen Rücktritt. Enttäuschend war der Wahlausgang ebenfalls für die Labour Party. Sie hatte sich Zugewinne erhofft, konnte ihr 21 Sitze aber lediglich behaupten.

Einen Triumph feierte dagegen die nationalistische Sinn Fein, die der Untergrundbewegung Irisch-Republikanische Armee (IRA) nahesteht. Ebenfalls zulegen konnten die Grünen, von zwei auf fünf Mandate.

Vor der Wahl

Wahlen in Irland

Konkurrenten: Bertie Ahern und Michael Noonan

Im irischen Fernsehen fielen vor der Wahl harte Worte: Michael Noonan, Oppositionsführer und Mitglied der konservativ-liberal ausgerichteten Fine Gael, bezeichnete den amtierenden irischen Premier Bertie Ahern von der konservativen Partei Fianna Fail als eitlen Gockel: Er sei wie ein Hahn, der glaube, mit seinem Krähen den Sonnenaufgang verursacht zu haben, wetterte der Politiker gegen seinen Konkurrenten.

Bertie erfolgreich

Ministerpräsident Bertie Ahern in Dublin

Der irische Ministerpraesident und Fianna Fail-Vorsitzende Bertie Ahern

Doch Ahern ist beim Wahlvolk beliebt: 60 Prozent der Iren wollen ihn als Premier. Schließlich hat "ihr Bertie" seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren viel erreicht: ein Wirtschaftswachstum von bis zu sieben Prozent im Jahr 2001, das Karfreitagsabkommen von 1998, in dem der Frieden in Nordirland politisch besiegelt wurde und mit vier Prozent eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Europa.

Damit seien die Iren zufriedengestellt, beinahe betäubt, so dass sie nicht wirklich einen Wechsel wollten, sagte Mary Banotti von der Oppositionspartei Fine Gael im Interview mit DW-WORLD. Das machte es ihrer Partei besonders schwierig, im Wahlkampf auf die gegenwärtigen Probleme aufmerksam zu machen. Und davon gibt es einige - auf der grünen Insel sieht es gar nicht so rosig aus, wie es Ahern im Wahlkampf gerne darstellt.

Der keltische Tiger lahmt

Die irische Wirtschaft stagniert: Einige der Firmen, die in den letzten Jahren in der "goldenen Ära" der IT-Branche ihren Standort in Irland aufbauten, mussten schon wieder schließen. Die Verkehrsverhältnisse sind chaotisch. Die Kriminalität hat zugenommen und auch die Zuwanderung ist ein heikles Thema. Denn Irland hat mit fremdenfeindlichen Tendenzen zu kämpfen. Das kritisierte auch Fine Gael, ohne es selbst zu einem Wahlkampfthema zu machen.

Bislang zeigten sich die Iren als sehr wechselfreudig. Seit 1969 wurde keine Regierung im Amt bestätigt. Beobachter gehen davon aus, dass die Fianna Fail gegen diese Regel vor allem aufgrund des Wirtschaftsbooms der letzten Jahre wiedergewählt wurde. Die Anzeichen des Abschwungs waren nicht stark genug, um eine Wechselstimmung zu erzeugen.

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