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Musik

Wagner und HipHop am Yangtse

Schon zum fünften Mal hat das Auswärtige Amt gemeinsam mit dem Goethe-Institut in chinesischen Metropolen zum kulturellen Austausch eingeladen. Ein Bambus-Pavillon ist das Markenzeichen.

Graffiti Künstler (Quelle: Magdalene Melchers)

Graffiti Künstler auf der Promenade

Tausende drängeln sich vor der Absperrung, um die Musik von Wagner, Brahms und zwei chinesischen Komponisten zu hören. Open air Konzerte sind in China nahezu unbekannt, schon die geringsten Anzeichen für eine musikalische Darbietung locken viele Neugierige an.

Im Bambus-Pavillon

Aus Deutschland ist diesmal das Landesjugendorchester Sachsen angereist. Gemeinsam mit Studierenden des Konservatoriums Wuhan haben sie ein Programm einstudiert und bei der deutsch-chinesischen Promenade auf die Freiluftbühne gebracht.

"Deutschland und China - Gemeinsam in Bewegung" so heißt die Veranstaltungsreihe, die diesmal in der zentralchinesischen Metropole Wuhan Station gemacht hat. In der 9-Millionen-Stadt wurden Parks und Plätze zum Zentrum der Begegnung für chinesische und deutsche Künstler.

Opern Ensemble im Park (Quelle: Magdalene Melchers)

Opern Ensemble im Park

Biergarten auf chinesisch

Auch die Pavillons, in denen deutsche Unternehmen und Institutionen, Ministerien, Bundesländer und Kommunen ihre Arbeit vorstellten, finden jedes Mal großen Zuspruch. Einige der Pavillons zählten bis zu 20.000 Besucher am Tag. "Seit Beginn der Veranstaltungsreihe 2007 haben bereits über eine Million chinesische Bürger unsere Angebote genutzt“, freut sich Botschafter Dr. Wolfgang Röhr, Leiter des Arbeitsstabs Deutschland-China im Auswärtigen Amt. Dabei wurden Klischees bedient, aber auch durchleuchtet. An der Promenade bot ein Biergarten zum Weißbier Brezel und Kartoffelsalat und zum Nachtisch Schwarzwälderkirschkuchen. Dazu gab es bayrische Lieder auf dem Akkordeon und aktuellen Pop aus Deutschland. Rock, Hip Hop und Graffitti-Wände waren genau so dabei wie eine Diskussion um Umweltschutz und Bildungspolitik.

Liederwettbewerb (Quelle: Magdalene Melchers)

Liederwettbewerb

Neue Impulse durch Kammermusik

Michael Khan Ackermann leitet die Goethe-Institute in China und hat die deutsch-chinesische Promenade ins Leben gerufen. Er lebt seit 20 Jahren in China und hat viele Grundsteine für eine Zusammenarbeit zwischen China und Europa gelegt. Sein besonderes Anliegen: "Wir arbeiten in einem Bereich, der vielleicht auf Anhieb etwas esoterisch und überraschend erscheinen mag – wir fördern Kammermusik. Denn, so Ackermann weiter, das chinesische Ausbildungssystem trage extrem zur Vereinzelung bei, Kammermusik dagegen zwinge zum Zuhören und Aufeinanderzugehen. Zu Gast in Wuhan war auch ein Schüler-Streichquartett aus Meißen. Der Schüler David Osten hat ein Stück komponiert für Streichquartett und Gong und ist überrascht über die Gleichgültigkeit vieler Chinesen gegenüber ihrer eigenen Kultur: "Mir wäre wichtig gewesen, dass die Zuhörer in dem Stück aus ihrer Tradition etwas wahrnehmen, aber mir ist aufgefallen, dass die Chinesen, die hier so rum laufen, nicht mehr viel von ihrer traditionellen Musik kennen." Eine Musikstudentin aus Wuhan, die zusammen mit dem Landesjugendorchester Sachsen musiziert hat, findet versöhnlichere Töne: "Ganz gleich ob China oder Deutschland – beide haben etwas Gutes für uns."

Der feierliche Abschluss der Deutsch-Chinesischen Promenade steht im kommenden Jahr bevor, wenn die Bambus Pavillons bei der EXPO 2010 in Shanghai errichtet werden.

Autorin: Magdalene Melchers

Redaktion: Gudrun Stegen