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Afrika

Waffenstillstand in Uganda könnte zum Ende des blutigen Bürgerkriegs führen

Seit Dienstag (29.08.) gilt in Uganda zum ersten Mal ein Waffenstillstand zwischen der Rebellengruppe LRA und Regierungseinheiten. Die Chancen für ein dauerhaftes Ende des Bürgerkrieges stehen nicht schlecht.

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Endlich Frieden in Uganda? Nach über 19 Jahren Bürgerkrieg? Es klingt schon fast naiv, daran noch glauben zu wollen. Zu oft war der Frieden angeblich schon zum Greifen nah. Schließlich gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Gespräche zwischen der Regierung und Vertretern der "Lords Resistance Army", der LRA. Und jedes Mal platzten die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss, scheiterten sie an unerfüllbaren Forderungen oder schlicht an dem Unwillen der Beteiligten.

Sudan: keine Unterstützung der Rebellen


Doch diesmal ist es anders. Da ist zunächst die LRA, die längst nicht mehr so schlagkräftig wie noch vor wenigen Jahren ist, als die selbsternannte "Widerstandsarmee des Herrn" noch von der sudanesischen Regierung mit Waffen zu einer High-Tech-Kampfgruppe hoch gezüchtet wurde. Damit hatte sich der Sudan bei der ugandischen Regierung revanchieren wollen, weil diese die SPLA-Rebellen im Südsudan unterstützte. Jetzt, wo das Regime in Khartum Frieden mit den Rebellen im Südsudan geschlossen hat, sieht es keinen Grund mehr, die LRA zu finanzieren und ihr Rückzugsräume zu gewähren.

Dazu kommt, dass die Zahl der LRA-Kämpfer mit den Jahren geschrumpft ist. Wie viele es genau sind, ist unklar - aber von den ehemals 30.000 Kämpfern dürfte weniger als ein Drittel noch aktiv sein.

Frieden wichtiger als Strafe

Auf der anderen Seite braucht die ugandische Regierung dringend einen - auch im Ausland - vorzeigbaren Erfolg. Präsident Musseveni hatte eigens die Verfassung ändern lassen, um sich eine dritte Amtszeit zu ermöglichen - gegen internationalen Protest. Auch mit der Opposition im eigenen Land geht er zunehmend rüder um. Das schreckt Geber und Investoren ab. Ein Friedensschluss mit der LRA, eine Entwaffnung der Rebellen und die damit verbundene Sicherung der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo würde Musseveni in den Augen des Westens akzeptabler machen.

Und drittens: Die Zivilbevölkerung im betroffenen Nordosten des Landes ist bereit, auf Rache zu verzichten. Vertreter der Gemeinden und Städte haben sehr deutlich gemacht, dass ihnen der Friede wichtiger ist als eine gerechte Strafe für die Anführer der LRA. Die sollen nach den Wünschen des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag vor eben jenen gestellt werden - aber die ugandische Regierung hat schon durchblicken lassen, dass sie dieses Ansinnen nicht berücksichtigen wird. Denn sonst hätte die LRA-Führung erst gar nicht an Gesprächen teilgenommen. Insofern bestehen nun also erstmals realistische Aussichten, dass die jetzt anstehenden Verhandlungen in Uganda tatsächlich zum Frieden führen können.

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