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Nahost

Waffenruhe in Gaza weiter brüchig

Ungeachtet aller Friedensbemühungen bleibt die Waffenruhe brüchig: Nach dem ersten Beschuss Israels mit einer Rakete seit Beginn der Waffenruhe griffen israelische Kampfflugzeuge Ziele im Gazastreifen an.

Abgefeuerte Kassam-Raekten aus dem Gaza-Streifen (Archiv)

Abgefeuerte Kassam-Raekten aus dem Gaza-Streifen (Archiv)

Im Inneren eines Tunnels unter der Grenze

Im Inneren eines Tunnels unter der Grenze

Die Waffenruhe im Gazastreifen ist erneut von beiden Seiten gebrochen worden. Von dem Palästinensergebiet aus sei am Mittwochabend (28.1.2009) eine Rakete auf Südisrael abgefeuert worden, teilte die israelische Polizei mit. Die Rakete sei in Richtung Ofakim abgeschossen worden, sie habe aber ihr Ziel nicht erreicht. Nach Angaben des Israelischen Rundfunks wurde niemand verletzt. Es sei auch kein Sachschaden entstanden. Die Verantwortung für die Tat übernahmen in einer Erklärung die Al-Aksa-Brigaden, der bewaffnete Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Israelische Antwort

Im Gegenzug bombardierte die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Donnerstag Ziele in der Nähe von Rafah im Süden des Gazastreifens. Dies sei die "Antwort" auf die auf Israel abgefeuerte Rakete, sagte ein Militärsprecher der Nachrichtenagentur AFP. Ziel des Angriffs sei ein Gebäude gewesen, in dem Waffen hergestellt würden. Nach Augenzeugenberichten wurde niemand verletzt.

Israel hatte bei der Verkündung der Waffenruhe mit scharfen Reaktionen auf erneuten Raketenbeschuss gedroht. Nach Angaben des Militärs war seit dem Ende der Militäroperation und dem Abzug der israelischen Soldaten bislang lediglich rund ein Dutzend Granaten vom Gazastreifen Richtung Israel geschossen worden.

Israelische Blindgänger in Rafah

Israelische Blindgänger in Rafah

Die vor knapp zwei Wochen in Kraft getretene Waffenruhe war erstmals am Dienstag gebrochen worden, als ein israelischer Soldat bei einem Sprengstoffanschlag ums Leben kam. Am Mittwoch hatte Israel Tunnelanlagen zwischen Ägypten und dem Gazastreifen bombardiert. Das Unterbinden des Waffenschmuggels in das Palästinensergebiet war eines der Hauptziele der 22-tägigen israelischen Militäroperation. Hunderte von Tunnel unter der Grenze werden zum Waffenschmuggel genutzt. Metallwerkstätten dienen nach israelischer Darstellung zum Bau von Raketen.

Israel und die radikal-islamische Hamas hatten am 18. Januar nach der israelischen Offensive mit mehr als 1300 Toten auf palästinensischer Seite unabhängig voneinander eine Aussetzung der Kampfhandlungen verkündet.

Mitchell in Ägypten

Die Zwischenfälle überschatteten den Besuch des neuen US-Nahost-Beauftragten Mitchell in der Region. Der ehemalige US-Senator traf unter anderem bereits mit Israels Ministerpräsident Ehud Olmert zusammen. Für Donnerstag steht ein Gespräch mit Abbas auf der Agenda. (sam)

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