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Nahost

Waffenruhe für Nahost - ab Montag

Nach mehr als einem Monat blutiger Kämpfe sollen im Libanon von Montag (14.8.) an die Waffen schweigen. Aber noch gehen die Kampfhandlungen weiter.

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Noch schweigen die Waffen nicht ...

UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte den Waffenstillstand, der um 7:00 Uhr MESZ in Kraft treten soll, mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert und dem libanesischen Regierungschef Fuad Siniora abgesprochen. Auch das israelische Kabinett stimmte der Vereinbarung am Sonntag zu.

Ungeachtet der vereinbarten Waffenruhe haben die israelischen Streitkräfte am Sonntag südliche Vororte der libanesischen Hauptstadt bombardiert. Aus den Vororten wurden mindestens 20 Angriffe gemeldet, berichtete die libanesische Polizei. Über Beirut stiegen schwarze Rauchwolken auf, in der Hauptstadt waren schwere Explosionen zu hören.

Bodenoffensive geht weiter

Außerdem setzten israelische Soldaten ihre Bodenoffensive im Libanon fort und rückten weiter in Richtung des Flusses Litani vor, der etwa 20 bis 30 Kilometer nördlich der Grenze liegt. Hubschrauber brachten hunderte Soldaten in das Kriegsgebiet. Es war die größte Truppenverlegung seit 33 Jahren. Israelische Regierungssprecher erklärten, die Truppen sollten den Weg bereiten für die libanesische Armee und für die UN-Friedenstruppen.

Unmittelbar nach der Waffenruhe sollen 15.000 libanesische Soldaten in den Süden einrücken und die dort stationierten UN-Truppen auf bis zu 15.000 Soldaten aufgestockt werden. Gleichzeitig soll sich Israel vollständig aus dem Libanon zurückziehen.

Der Führer der Hisbollah-Milizen, Scheich Hassan Nasrallah, kündigte an, man werde die Waffenruhe einhalten, sobald die israelischen Soldaten den Libanon verlassen hätten. Am Sonntag feuerte die Hisbollah wieder Raketen auf den Norden Israels ab. Es war der erste Angriff der Schiiten-Miliz, nachdem der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Resolution zur Beendigung des Libanon-Krieges verabschiedet hatte.

Schwere israelische Verluste

Im Südlibanon starben am Samstag insgesamt 24 israelische Soldaten. Nach Angaben der "Jerusalem Post" war es der verlustreichste Tag für die israelischen Streitkräfte seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen. Allein beim Abschuss eines Helikopters der Luftwaffe starben fünf Soldaten, wie ein Armeesprecher bestätigte.

Israel hatte seine Offensive im Libanon am 12. Juli eingeleitet, nachdem die Hisbollah zwei israelische Soldaten verschleppt hatte. Die Hisbollah hat seitdem hunderte Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Seit Beginn des Konflikts sind bislang rund 1200 Menschen ums Leben gekommen, die meisten davon libanesische Zivilisten. (wga)

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