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Kultur

Wacken-Tagebuch Tag 2: Festival-Luft

Zwei DW-Reporterinnen unterwegs auf dem Wacken Open Air. Fünf Tage Musik und Verrückte auf dem größten Metalfestival der Welt. Mittendrin Annabelle Steffes und Silke Wünsch. Tag 2 brachte viel Arbeit und noch mehr Musik.

Video ansehen 02:35

Wacken-Tagebuch Tag 2

Wir kämpfen mit der Technik. Alles dauert etwas länger als wir es geplant hatten. Zwischen Kaffeebechern und lauter Metalbeschallung aus den Lautsprechern der Campnachbarn versuchen wir, uns zu konzentrieren. Uns läuft die Zeit davon, wir wollen zu den Firefighters, der örtlichen Feuerwehrkapelle, die das Wacken Open Air traditionell eröffnet. 

Wacken Open Air 2017 (DW/S. Wünsch)

Unser improvisiertes Festival-Büro

Nachmittags können wir uns endlich auf den Weg machen. Zum Festivalgelände müssen wir weit laufen. Überhaupt sind die Wege hier lang. Bis zu den nächsten Dixieklos sind wir einen halben Kilometer unterwegs, bis zu "richtigen" Toiletten und Duschen legen wir fast das Doppelte an Wegstrecke zurück. Zum Festivalgelände gehen wir gut 20 Minuten. Mit vollen Rucksäcken - schließlich tragen wir unsere Technik mit uns herum.

Generatoren und Klo-Zelte

Es geht vorbei an endlos scheinenden Zeltstädten, vorbei an kleinen und großen Camps mit knatternden Dieselgeneratoren. Immer mehr Festival-Camper haben die Vorzüge eines eigenen Klo-Zeltes entdeckt. Wir wagen keinen Blick hinein in ein solches Zelt, das von außen aussieht wie eine mobile Umkleidekabine. Wir haben uns sagen lassen, dass sich im Innern ein Eimer mit Katzenstreu befindet. 

Wacken Wacken Feuerwehr

Wacken Open Air 2016 Marching Band Blaas of Glory (DW/S. Wuensch)

"Blaas of Glory" sorgen für gute Laune

Als wir auf dem Festivalgelände ankommen, hören wir aus dem "Beergarden" schon den Schlachtruf: "Wacken Wacken Feuerwehr!" Die Firefighters spielen bereits. Wir hetzen zur Bühne - das geht ganz gut, denn der Boden ist (noch) weitestgehend trocken. Nur vereinzelt gibt es die berüchtigten Schlammgruben.

Vor der Bühne hopsen hunderte fröhliche Metaller zu den Klängen der Blaskapelle. Großartige Stimmung. Viel Zeit haben wir nicht, wir müssen zurück zum Pressezelt. Wir wühlen uns durch die Menge und stapfen weiter über das Gelände. Zwischendurch begegnet uns die holländische Marching Band "Blaas of Glory", die sich während des ganzen Festivals immer wieder irgendwo aufstellt und Rock-Klassiker zum Besten gibt. An der Lemmy-Kilmister-Statue legen wir einen kleinen Gedenkstopp ein. Annabelle hat Lemmy mit Motörhead vor drei Jahren hier auf Wacken live gesehen.

Ugly Kid Joe und eine spendable Facebook-Gruppe

Annabelle trifft auf das DW-TV-Team. Zusammen haben sie einen Termin mit Ugly Kid Joe. Die Band ist entspannt, gibt gut gelaunte Antworten und bringt sogar noch ein Ständchen. Das komplette Interview mit den Rock-Urgesteinen gibt es in der nächsten PopXport-Sendung im großen Wacken-Special.

Wacken Open Air 2017: Die Facebookgruppe der Wacken Fans beim Gruppenfoto mit Spendenscheck (DW/S. Wünsch)

Gruppenfoto bevor der Spendencheck überreicht wird

Währenddessen ist Silke zurück zum Beergarden gelaufen. Dort findet ein Treffen der größten Facebook-Wacken-Fangruppe mit mehr als 18.000 Mitgliedern statt - und mehr als 1000 sind zum Treffen erschienen; alle tragen das gleiche Shirt. Ein Gruppenfoto soll gemacht werden. Denn es gibt was zu feiern. Wie jedes Jahr haben die Mitglieder Geld für einen guten Zweck gesammelt. Es sind 500 Euro zusammengekommen. Das Gruppenfoto wird gigantisch, und Nils Christiansen, Mitinitator der Fangruppe, ist überglücklich. Alle wollen ihm die Hand schütteln, ein Selfie mit ihm, drücken ihm einen Bierkrug nach dem anderen in die Hand. 

Die Sache mit der Kontaktlinse

Deutschland Wacken Open Air Festival DW-Reporterinnen Silke Wünsch und Annabelle Steffes-Halme auf dem Festivalgelände (DW/A. Steffes-Halmer)

DW-Reporterinnen Silke und Annabelle im Festivalgetümmel

Wenn ihr schon mal eine Kontaktlinse verloren habt - und das mitten im Getümmel - dann wisst ihr, wie es Annabelle im Bullhead City Circus ergangen ist. In diesem gigantischen Zirkuszelt geben Ugly Kid Joe ihr Konzert. Die Luft ist zum Schneiden, feucht, warm, verqualmt. Annabelle reibt sich die Augen - die Linse fällt raus. Dann kriecht sie auf dem schmutzigen Boden herum, findet die Linse. Pflegemittel vergessen, Spucke muss reichen - weiter geht's. Hier auf Wacken wird man von Tag zu Tag anspruchsloser.

Wir holen uns etwas zu essen, die kulinarische Vielfalt ist groß - von Pommes über Thai-Food und veganen Burgern bis hin zu Knoblauchbrot und Spießbraten. Auf dem Mittelaltermarkt im Wackinger Village bleiben wir - wie soll es auch anders sein - an einem Schmuckstand stehen wir und beschäftigen uns intensiv mit der Auslage. So überbrücken wir die Zeit bis zum letzten Höhepunkt des Tages: Dem Auftritt der Boomtown Rats. Auch wenn wir wieder ins stickige Bullhead-Zelt müssen - das ist es uns wert: Die Truppe um Bob Geldof rockt die Bude - und mit den Klängen von "Rat Trap" im Ohr gehen wir spät in der Nacht zurück zum Camp.

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