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Aktuell Afrika

Wütendes Gedenken an Chokri Belaid in Tunis

40 Tage nach der Ermordung des tunesischen Oppositionspolitikers sind wieder tausende Menschen auf die Straße gegangen. Für sie ist der Fall klar: Das Mutterland des arabischen Frühlings braucht eine neue Revolution.

Die Demonstranten versammelten sich zunächst auf einem Friedhof in der Hauptstadt Tunis, wo Chokri Belaid begraben liegt. Anschließend zogen sie ins Zentrum, skandierten Slogans gegen die regierende islamistische Ennahda-Partei und forderten Vergeltung für den Tod Belaids. Zu hören waren Sprechchöre wie "Ennahda muss gehen", "Das Volk will eine neue Revolution" und "Das Volk will das Regime stürzen". Auch Belaids Witwe Basma nahm an den Protesten teil. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften sorgte für Sicherheit. Nach Polizeiangaben beteiligten sich insgesamt rund 10.000 Menschen an der Demonstration.

Todesschütze noch nicht gefasst

Belaid war am 6. Februar in Tunis erschossen worden, zu der Tat hat sich bislang niemand bekannt. Sie stürzte das nordafrikanische Land in eine schwere politische Krise. Die Opposition macht die Regierungspartei Ennahda und deren Vorsitzenden Rached Ghannouchi für den Mord verantwortlich, es gab heftige Proteste. Ennahda weist jegliche Verstrickung zurück. Die Polizei wiederum vermutet radikale Salafisten hinter dem Attentat. Zwar wurden mehrere Verdächtige festgenommen, der mutmaßliche Todesschütze wurde bislang aber nicht gefasst.

Im Zuge der Krise trat Regierungschef Hamadi Jebali zurück, am Donnerstag wurde die neue Regierung unter Ex-Innenminister Ali Larayedh vereidigt. Er kündigte an, im Laufe des Jahres für die Annahme der Verfassung zu sorgen und Wahlen abzuhalten.

sti/ml (afp, apd, rtr)