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Aktuell Amerika

Wütende Proteste gegen Bildungsreform in Mexiko

Trotz wochenlangen Widerstands der Lehrer wurden in Mexiko massive Eingriffe ins Schulwesen beschlossen. Da schlugen die Proteste in Gewalt um. Parteigebäude wurden gestürmt und Möbel in Brand gesteckt.

Aus Empörung über die umstrittene Bildungsreform der Regierung haben Lehrer im mexikanischen Bundesstaat Guerrero die Gebäude mehrerer Parteien gestürmt. Mehrere tausend von Bauern und Studenten unterstützte Mitglieder der Lehrergewerkschaft CETEG marschierten zunächst friedlich durch die Hauptstadt Chilpancingo. Dann griffen Vermummte die Parteigebäude an, zerschmetterten Scheiben, legten Feuer in den Büros und warfen Stühle und Dokumente aus dem Fenster.

Die vom Kongress jetzt ohne jegliche Zugeständnisse beschlossenen Maßnahmen sehen unter anderem eine regelmäßige Kontrolle der Leistung der Pädagogen vor. Lehrer müssen künftig Prüfungen ablegen, um an Jobs und Beförderungen zu kommen. Zudem sollen Posten ab sofort nicht mehr vererbt werden können.

Protestierende Lehrer in Chilpancingo/Mexiko (Foto: dpa/EPA)

Aufruhr in Chilpancingo: Lehrer machen Randale gegen Bildungsreform

Polizei griff nicht ein

Die Bereitschaftspolizei umstellte das örtliche Parlamentsgebäude, ging der direkten Konfrontation mit der aufgebrachten Menge aber aus dem Weg. Der Sitz der regierenden Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) wurde von einer schwarzen Rauchwolke eingehüllt. Demonstranten beschmierten das Gebäude mit Graffiti und zerrissen Bilder von Präsident Enrique Peña Nieto, der die Reform des maroden Bildungssystems mithilfe der Opposition durchgeboxt hatte. Auch die örtlichen Hauptquartiere der konservativen Nationalen Aktionspartei (PAN), der linksbürgerlichen Demokratischen Revolutionspartei (PRD) und der Bürgerbewegung wurden beschädigt.

Wochenlang hatten Lehrer gegen die im Dezember vom Kongress verabschiedeten Maßnahmen demonstriert und dabei zwei Mal die Autobahn zwischen Mexiko-Stadt und der Touristenhochburg Acapulco blockiert. Zeitweise hatten sich bewaffnete "Bürgerwehren" dem Protest an den Schulen angeschlossen.

SC/se (afp, rtr, dpa)