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Aktuell Welt

Wüste Drohungen gegen die Rebellen

Die Kämpfe in der syrischen Hauptstadt Damaskus werden immer heftiger. Das Assad-Regime fordert die Rebellen zur Aufgabe auf. Die Zahl der Flüchtlinge nimmt weiter zu.

Über den von den Rebellen gehaltenen Teilen der Hauptstadt warfen Kampfhubschrauber der Regierungsarmee Flugblätter mit wilden Drohungen gegen die Aufständischen ab. Die Rebellen sollten ihre Waffen aushändigen oder sich auf einen "unvermeidbaren Tod"einstellen, hieß es auf den Zetteln. Die Regierungstruppen seien entschlossen, "jede Ecke Syriens zu säubern". Unterzeichnet waren die Flugblätter vom Generalstab der Streitkräfte.

In Vororten von Damaskus kommt es seit Wochen zu heftigen Kämpfen. Sie haben nach Agenturberichten jetzt auch Stadtteile der Hauptstadt erreicht, die von der Gewalt bislang weitgehend verschont geblieben sind. In der Nacht zum Dienstag hörten Bewohner des Viertels Dscharamana mehrere Explosionen.

Angriffe der Regimetruppen in der Nacht

Vor dem Morgengrauen seien die Stadtteile Samlaka, Kabun, Dschobar und Ain Tarma angegriffen worden, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Der Generalrat der Syrischen Revolution, ein Zusammenschluss von Aktivisten gegen das Regime, erklärte, Regierungstruppen hätten den Rand der Vorstädte Harasta und Irbin bombardiert.

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Flüchtlingsdrama in Syrien

Tausende von Menschen verließen nach Angaben von Oppositionellen die Ortschaft Kafr Batna, die nordöstlich von Damaskus liegt. Dort sollen bei einem Angriff der Regierungstruppen auf mutmaßliche Stellungen der Regimegegner neun Menschen getötet worden sein, unter ihnen drei Kinder. Aus der Provinz Idlib wurden Luftangriffe auf mehrere Dörfer gemeldet. Assad-Gegner zählten nach eigenen Angaben mindestens 17 Tote.

Grenze der Türkei offen

Die Kämpfe in und um Damaskus haben die Fluchtwelle aus Syrien vor allem in Richtung Jordanien nochmals verstärkt. Allein im Camp Zaatari seien in der vergangenen Woche rund 10.000 Syrer eingetroffen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf mit. Sprecherin Melissa Fleiming wies zugleich Berichte zurück, die Türkei schließe ihr Grenzen. Die Türkei habe dem Hilfswerk zugesichert, Flüchtlinge aus Syrien in "unbegrenzter Zahl" zu akzeptieren. In den vier Nachbarländern Syriens - Türkei, Jordanien, Libanon und Irak - gibt es inzwischen fast 215.000 registrierte Flüchtlinge.

wl/sti (dpa, rtre, dapd, afp)

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