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Politik

Währungsfonds macht sich wieder flüssig

Der Internationale Währungsfonds verkauft einen Teil seiner Goldreserven, um mehr Kredite für arme Länder bereitstellen zu können. Mehrere hundert Tonnen des Edelmetalls kommen auf den Markt.

Goldbarren (Foto: AP)

Wie das Exekutivdirektorium des Internationalen Währungsfonds (IWF) mitteilte, sollen insgesamt 403,3 Tonnen Gold verkauft werden. Dies entspricht etwa einem Achtel der Goldreserven des IWF. Ziel sei es, die eigene Finanzkraft zu stärken, hieß es aus der IWF-Zentrale in Washington.

Dominique Strauss-Kahn (Foto: dpa)

Dominique Strauss-Kahn

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn zeigte sich "begeistert" über die Entscheidung des Exekutivdirektoriums. Damit werde der IWF in die Lage versetzt, dringend benötigte Beistandskredite an die ärmsten Länder der Erde zu vergeben. Diese werden üblicherweise an Bedingungen für die Wirtschaftspolitik der Kreditnehmer geknüpft. Die Weltfinanzorganisation verfügt - nach den USA und Deutschland - über die weltweit drittgrößten Goldreserven - jedenfalls soweit offiziell bekannt.

Wer holt sich das Gold?

Das Edelmetall soll so verkauft werden, dass keine Turbulenzen im internationalen Handel entstehen. Zunächst soll das Gold lediglich den Zentralbanken der Einzelstaaten und anderen öffentlichen Geldinstituten zum Kauf angeboten werden. Nur wenn dort kein ausreichendes Kaufinteresse besteht, ist an eine Veräußerung an Dritte gedacht. Diese soll zeitlich gestreckt werden, um keine Kurseinbrüche zu riskieren. Experten erwarten, dass China, Indien und Russland zu den Staaten gehören werden, die Gold vom IWF kaufen.

Der IWF hatte im Juli mitgeteilt, er wolle bis zum Jahr 2014 an Entwicklungsländer Kredite im Wert von 17 Milliarden Dollar vergeben, davon acht Milliarden Dollar innerhalb von zwei Jahren. Darüber hinaus entschloss sich der Währungsfonds, bis 2011 auf die Zinsforderungen aus bereits vergebenen Krediten an arme Länder zu verzichten. Nach aktuellen Kursen könnten durch den Verkauf der rund 403 Tonnen Gold rund 13 Milliarden Dollar (knapp neun Milliarden Euro) erlöst werden.

Eine mächtige Institution

IWF-Logo

Der Internationale Währungsfonds und seine Schwesterorganisation - die Weltbank - gehen auf eine Konferenz 1944 in dem Ort Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire zurück. Dort sollte nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Weltwirtschaftssystem begründet werden. Heute ist der IWF eine der mächtigsten Finanzorganisationen und hat 185 Mitgliedsländer. Er überwacht weltweit die Finanzsysteme, um bei Zahlungsproblemen von Regierungen oder bei einem drohenden Staatsbankrott einzugreifen.

Größter Anteilseigner sind die USA mit rund 17 Prozent, Deutschland hält etwa sechs Prozent. In der aktuellen Finanzkrise gewährte der Währungsfonds unter anderen den EU-Mitgliedern Ungarn, Lettland und Rumänien Milliarden-Kredite. (wa/ap/afp/dpa)

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