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Wirtschaft

Währung in Venezuela bricht ein

Die Regierung in Caracas will mit einer Liberalisierung der Wechselkurse ihr Wirtschaftswachstum befördern. Doch das droht die Inflation anzuheizen, außerdem hat der Bolivar rapide an Wert verloren.

Der Kurs des Bolivar brach zum Dollar um mehr als zwei Drittel ein, wie die Zentralbank in Caracas nach Einführung eines neuen Wechselkurssystems mitteilte. Die sozialistische Regierung hofft, mit der Liberalisierung die in der Rezession steckende Wirtschaft anzukurbeln.

Allerdings droht nun auch ein Anstieg der Inflation in dem Land, das ohnehin unter Engpässen bei Lebensmitteln und sonstigen Verbraucherprodukten leidet. Ausländische Konzerne, die in Venezuela vertreten sind, wie etwa Bayer oder die Opel-Mutter General Motors, können sich zudem auf mögliche Abschreibungen in Milliardenhöhe gefasst machen.

Für einen Dollar wurden nach Angaben der Notenbank am ersten Tag, an dem die neue Handelsplattform Simadi startete, 170 Bolivar gezahlt. Das ist fast auf Niveau des Schwarzmarkts, auf dem bislang etwa 190 Bolivar für einen Greenback zu haben waren.

Ein Ölexporteur vor der Staatspleite?

2003 hatte der damalige Präsident Hugo Chavez eine strikte Währungskontrolle eingeführt. Er wollte Währungsspekulationen entgegenwirken und die Preise stabil halten. Das Gegenteil trat jedoch ein. Die Inflation erreichte 2014 über 60 Prozent. Viele Branchen machten die bisherigen Währungskontrollen der sozialistischen Regierung für ihre Probleme verantwortlich.

Venezuela spürt zudem den Einbruch der Öl-Preise. Etwa 96 Prozent der Staatseinnahmen stammen aus dieser Quelle. Die Rating-Agentur Moody's hat jüngst gar vor der Gefahr einer Staatspleite des Opec-Mitgliedslands gewarnt.

dk/ul (afp/rtr)