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Ist Dieselgate überwunden?

VW verdient überraschend gut

In Wolfsburg redet man zurzeit nicht mehr von "Dieselgate". Der Grund: VW hat nach vorläufigen Zahlen im ersten Quartal operativ deutlich mehr verdient und profitierte dabei ausgerechnet von einem Konzern-Sorgenkind.

Gründe für das Plus bei der Kernmarke seien erfolgreiche Markteinführungen vor allem des neuen Tiguan, teilte Volkswagen mit. Auch die übrigen Marken des Konzerns hätten zu der guten Entwicklung beigetragen. Außerdem hätten die westeuropäischen Märkte gut abgeschnitten und die Fixkosten seien gesunken.

Vor einem Jahr war das operative Ergebnis der Marke auch angesichts der Diesel-Krise noch auf 73 Millionen Euro eingebrochen. Die Kernmarke ist wegen ihrer Ertragsschwäche ein Sorgenkind des VW-Konzerns, der zuletzt von ertragreicheren Töchtern wie Porsche und Audi profitierte.

Dagegen fällt nun das operative Ergebnis in ersten Quartal überraschend gut aus. Der vorläufige Gewinn betrug zu Jahresbeginn rund 4,4 Milliarden Euro - nach 3,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, wie der Autobauer am Dienstag mitteilte.

"Stehaufmännchen im Dax"

Im Gesamtjahr rechnet Volkswagen weiter mit einer operativen Rendite zwischen 6,0 und 7,0 Prozent. Konzernchef Matthias Müller erwartet nach früheren Angaben für 2017 konzernweit ein Umsatzplus von bis zu vier Prozent. Die vollständigen Zahlen werden am 3. Mai veröffentlicht.

Die Vorzugsaktien von VW schnellten nach Vorlage der Eckdaten mit einem Plus von 3,7 Prozent an die Spitze des deutschen Leitindex Dax. "Volkswagen wird damit seinem Ruf als Stehaufmännchen der Automobilwerte im Dax mal wieder gerecht", sagte Börsenhändler Andreas Lipkow.

Kosten senken - Einnahmen steigern

Im Gesamtjahr 2016 war die Volkswagen-Kernmarke beim Gewinn noch abgerutscht. Die Autos mit dem VW-Logo warfen ein geringeres Ergebnis im laufenden Geschäft ab - selbst ohne Betrachtung von Faktoren wie der Abgas-Affäre ging das Betriebsergebnis der Kernmarke um Golf, Passat und Tiguan 2016 um 11,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz fiel um 0,6 Prozent auf 105,7 Milliarden Euro.

Mit dem im November beschlossenen und inzwischen angelaufenen Umbauprogramm "Zukunftspakt" will der Konzern seine Hauptmarke rentabler machen. Die jährlichen Kosten sollen bis 2020 um rund 3,7 Milliarden Euro sinken. Geplant ist auch der Abbau von bis zu 30.000 Stellen, indes ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Auch Konkurrent Daimler hatte zu Jahresanfang einen sprunghaften Anstieg des operativen Gewinns verbucht. Den Stuttgartern verhalfen ein Absatzrekord sowie Sondereffekte im ersten Quartal zu einer Verdoppelung des Betriebsgewinns.

dk/wen (dpa/rtr)